Jnterpunktion (lat.) nennt man die gesetzmäßige Anwendung gewisser Schriftzeichen, durch welche die Verbindung und Trennung dessen, was in einer Rede dem Sinne nach zusammengehört oder getrennt werden muß, sowie die Hebung und Senkung der Stimme angedeutet werden, sodaß sie in ersterer Hinsicht der logischen Deutlichkeit, in der andern der Vollkommenheit des mündlichen Vortrags dient. Die neuere, größtenteils grammatische J. ist angeblich eine Erfindung des alexandrinischen Grammatikers Aristophanes, welche von den folenden Grammatikern mehr ausgebildet wurde, ich aber zu Karls d. Gr. Zeiten schon wieder so verloren hatte, daß dieser für nötig fand, sie durch Warnefried und Alcuinus herstellen zu lassen. Sie bestand anfangs nur in einem auf dreifache Art angebrachten Punkte oder Stigma (daher in der Diplomatik die Benennung Stigmatologie) und bisweilen noch in einem Striche, die beide auf sehr verschiedene Art geformt wurden. Da man aber bei dem Gebrauch dieser Zeichen keine bestimmten Regeln befolgte und sich ihrer zur notdürftigen Abteilung der Sätze sehr willkürlich bediente, so behielt die J. noch immer viel Schwankendes, bis zu Ende des 15. Jahrh. die gelehrten venet. Buchdrucker Manutius die Interpunktionszeichen vermehrten und sich ihrer nach festern Regeln bedienten. Ihr Beispiel wirkte bald so allgemein, daß man sie als Schöpfer der gegenwärtigen Interpunktionsmethode betrachten kann. Die allgemein üblichen eigentlichen Interpunktionszeichen sind das Komma, Semikolon, Kolon, Punktum, Parer das Fragezeichen, das Ausrufzeichen, die arenthese und der Gedankenstrich; bloße Lesezeichen sind das Teilungszeichen (z. B. Kolonialwaren-Geschäft), das Anführungs- oder Citationszeichen und der Apostroph. In sehr gründlicher und logischer Weise erörtert die J. in der deutschen Sprache Beckers Ausführliche deutsche Grammatikb» (2. Aufl., 2 Bde., Frankf. 1842).