Iranier nennt man alle Völker, welche iranische Idiome sprechen, die aber keineswegs einer und derselben Abstammung sind. Dies zeigt schon ein Vergleich des Typus der im Nordosten wohnenden Galtschas und der im Kaukasus angesiedelten Osseten mit jenem der Perser und Afghanen. Während die letztern dolichocephal sind und von dunkler Komplexion, zeigt unter den erstern die Mehrzahl der Individuen den brachycephalen mit lichter Komplexion verbundenen Charakter. Aber auch sonst kann man aus den Schichtungsverhältnissen der iranischen und der ihnen benachbarten Völker auf die nicht homogene Abstammung der heutigen Iranier schließen. So enthalten die iranischen Balutschen Elemente der in den heutigen Brahuis (s. d.) noch fortlebenden Dravidabevölkerung, welche den Alten unter dem Namen der schlichthagrigen Athiopen bekannt war. Im Westen ist frühzeitig eine Mischung der iranischen Stämme mit den benachbarten Semiten eingetreten, von der namentlich die heutigen Kurden Zeugnis geben. Im Norden, wo die Iranier mit den Türkenstämmen zusammenstießen, hat sich frühzeitig eine Mischbevölkerung erzeugt, welche in der Regel beider Sprachen mächtig ist und die man in vielen Fällen bloß nach den kulturhistor. Momenten der Seßhaftigkeit und des Nomadentums klassifizieren kann. Man nennt dort (in Chiwa, Bokhara, Samarkand u. s. w.) in gleicher Weise den seßhaften Tadschik, wie der Iranier überhaupt heißt, und Türken Sart, während man die nomadischen Stämme beider als Ozbeg bezeichnet.