Armenische Sprache und Schrift. Die armen. Sprache Retet zur Familie der indogerman. Sprachen, wie Petermann und Windischmann erkannt haben. De Lagarde und Fr. Müller bezeichneten sie sogar als iranisch; aber nach Hübschmann ist sie von den iran. Sprachen zu trennen und als selbständiges Glied der indogerman. Sprachfamilie anzusehen. Sie hat sich in ihren Lauten und Formen stark von der indogerman. Muttersprache entfernt, zeigt aber einen anatomisch sehr klaren Bau. In ischen Wortschatz ist sie vom Griechischen und Syrischen, mehr noch vom Persischen beeinflußt. Sie ist reich an Konsonanten, darunter zehn Zischlaute. Das Altarmenische, die Sprache der alten Litteratur (seit etwa 400 n. Chr.), ist längst im Volksmunde gestorben und lebt nur noch ale Gelehrtensprache fort; aber schon im 13. l und wohl noch früher haben Gelehrte sich des vu gären Armenisch in ihren Werken bedient. Die jetzige Sprache weicht beträchtlich, namentlich auch in der Syntar, von der alten Sprache ab (Grammatik von Arsen Aitenean, Wien 1866) und ist in verschiedene, zum Teil schwer verständliche Dialekte gespalten (vgl. Patkanean „Untersuchung über die Dialekte der armen. Spra ey, Petersb. 1869, russ.). Diese lassen sich zusammenfassen in zwei Gruppen: eine westli e (Türkei) und eine östliche (Rußland, Persien, Indien). Grammatiken der armen. Sprache Haben geschrieben in armen Sprache: Mechitar Vened. 1770), Avetikhean (Vened. 1815), Bagratuni (Vened. 1846; ausführlich Vened. 1852); in franz. Sprache: Eirbied (Par. 1823); in lateinischer: Schröder (Amsterd. 1711) und Petermann (2. Aufl., Berl. 1872, mit Chrestomathie und Wörterverzeichnis); in deutscher: Lauer (Bien 1869). Das beste Wörterbuch ist das armenisch geschriebene er Me Bde., Vened. 1836—37), nächst diesem das armenisch-italienische von Dschachtschach (Vened. 1837). Dazu das armenisch-französische (2 Bde., Vened. 1812) und das armenischenglische von Aucher (2 Bde., Vened. 1821), neu bearbeitet von Bedrossian (Vened. 1875—79). Die armen. Schrift ist nach den Angaben der armen. Schriftsteller + Anfang des 5. Jahrh. n. Chr. von dem heil. Mesrop mit Hilfe eines griech. Kalligraphen Ruphanos auf Grundlage eines ältern (des sog. Danielischen) Alphabets geschaffen worden. Die Reihenfolge des armen. Al5 abets wie auch die Form der uchstaben beweist, aß seine Grundlage in Wahrheit das griech. Alphabet ist. eichen lieferte 22 Zeichen für die aus 36 Lauten bestehende Sprache, die fehlenden 14 Zeichen sind von den Schöpfern der nationalen Schrift dazu geschaffen worden.