Irritabilität (lat.), Reizbarkeit, Erregbarkeit, in der Physiologie die Fähigkeit der tierischen und deneen Gewebe, auf bestimmte Einflüsse, sog. eize zu reagieren, d. h. sich in der jedem eigentümlichen Weise in Thätigkeit zu setzen. So schließen sich die Blätter der Mimose bei Berührung und öffnen sich im Sonnenlicht, der gereizte Nerv verursacht eine Empfindung oder setzt einen Muskelapparat in Bewegung. Der Begriff der J. wurde von dem engl. Arzt Glisson (1597 — 1677) in die Medizin eingeführt und von Gorter in Harderwijk (1688—1762), namentlich aber von A. von Haller (s. d.) ausgebildet, dessen Verdienst besonders darin beruht, den Muskeln eine selbständige, von dem Nerveneinfluß unabhängige J. beigelegt zu haben, eine Ansicht, die vielfach bekämpft, durch die neue⸗ * Forschungen aber sichergestellt worden ist. (S. uskeln, Nerven.)