FeedIsenburg
ErdkundeBrockhaus 1882

Isenburg, Flecken in der preuß. heinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Neuwied, an der Sayn, mit 678 CE. und den Resten der Stammburg des Hauses J. ů‚ Sevinus), der See des Oglio (s. d.), liegt 197 m über dem Meere, sudlich vom Val Camonica, auf der Grenze der ital. Provinzen Bergamo und Brescia. Im obern Teile ein malerischer Klusen50 von N. nach S. gerichtet, im untern ein Croionssee, 8-förmig nach W. umbiegend, ist er 24 km lang, 2—5 lem breit, 62 qkm groß und bis 298, im Mittel 150 m tief. Außer dem Oglio, der zwischen Lovere und Pisogne in den See tritt und bei Sarnico denselben wieder verläßt, em⸗ — er bei Castro die Borlezza. Mitten aus em See ragt zwischen den kleinen Eilanden San-Paolo und Loreto der malerische Monte d'Isola mit den Fischerdörfern Siviano und Peschiera und der großartigen Ruine des Castello di Martinengo hervor. Das westl. Ufer ist steil und wird von den Felsterrassen des Monte-Bronzone (1330 m) und des Monte-Torezzo gebildet; ein Bergpfad führt über dasselbe von Lovere 3— Sarnico. Das östl. Ufer, an dem sich die kühne Felsenstraße von Pisogne nach Iseo hinzieht, wird vom Monte-Guglielmo (1955 m) beherrscht. Die wichtigsten Orlschaften des Sees sind am rechten Ufer (Provinz Bergamo): Lovsre (Lanceris), am Nordende, Marktflecken mit 2937 E., und Sarnico, Städtchen mit bedeutender Seidenindustrie und 1857 E.; am linken Ufer (Provinz Brescia) Pisogne, stadtartig gebautes Dorf mit Eisenindustrie und 3926 C., und Iseo, Flecken mit 2546 E., merkwürdig durch die ausgedehnten Moränenhügel des alten Ogliogletschers. Zwischen Ises, Sarnico und Lovere wird der See von Dampfbooten befahren. Obwohl weniger großartig als die übrigen lombard. Seen, bietet doch der J. eine Reihe malerischer Landschaftsbilder dar. Von Iseo führt eine Fahrstraße südöstlich durch die Ebene nach Brescia, von Sarnico aus eine andere nach Palazzolo am Oglio und der Bahn Bergamo-Brescia.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 683Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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