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ErdkundeBrockhaus 1882

Italicus, Sohn des Flavus (Bruder des Cheruskerhelden Armin) und einer Tochter des Kattenfürsten Actumer, war in Italien römisch erzogen und wurde 47 n. Chr. an die Spitze der Cherusker berufen, wo er jedoch nicht lange sich zu behaupten vermochte. Einmal vertrieben, dann durch Hilfe der Longobarden mit Gewalt zurückgeführt, ging J. zuletzt als Haupt einer Partei unter. talien (geographisch-statistisch) bildet eine (auch als die Apenninische bezeichnete) Halbinsel, die, zwischen 37 56“ bis 46 40 nördl. Br. und von 24 13 bis 36 11“ östl. L. (von Ferro) gelegen, nur im N. mit dem Festlande zusammenhängt, wo sie im W. von Frankreich und im N. und O. von der Schweiz und Osterreich begrenzt, sonst aber im W. und S. vom Mittelländischen, im O. vom Adriatischen Meere umgeben wird. Mit den geographisch dazu gehörigen größern Inseln Sardinien, Sicilien, Corsica und den kleinern Elba, den Liparen, Tremiten, Malta u. s. w.) enthält die Halbinsel einen Flächenraum von etwa 330000 qkm. Die Länge der eigentlichen Halbinsel von Nordwest nach Südost beträgt etwa 1200 km, die Breite von West nach Ost 150 — 230 km, die Breite der beiden südl. Landzungen 35—105 km. Der Küstenumriß der Halbinsel beträgt 3213 Km Länge, der Siciliens 1016 km, der Sardiniens 1098 km, einschließlich der kleinen Inseln 6341 Km. (Hierzu drei Karten: Italien übersichtskartel. Ober⸗ und Mittelitalien. Unteritalien.) In geographisch-politischer Hinsicht besteht J. aus dem Königreich J., den zu Frankreich gehörigen Landschaften Savoyen und Nizza nebst der Insel Corsica (s. d.), dem Fürstentum Monaco (s. d.), der Republik San-Marino (s. d.) und der der Krone England gehörenden Insel Malta (s. d.) nebst Zubehör. J. wird im Norden vom übrigen Europa durch die Alpen (s. d.) getrennt, die sich wie in einem Halbkreise von dem westlichsten Teile derselben, den Seealpen, bis zu dem östlichsten, den Julischen, um Nord-J. herumziehen und ihre größte Höhe auf der ital. Seite im Montblanc erreichen. Im Süden der nach J. steil abfallenden Alpenketten breitet sich die tiefe lombard. Ebene mit östl. Abdachung aus, welche an vielen Stellen gegen das Adriatische Meer, längs dessen Küste sie bedeutende Lagunen bildet, durch Dämme geschützt werden muß und sich südwestlich sanft zum Apennin (s. d.) erhebt, welcher die Gestalt der ganzen Halbinsel bestimmt. Außer der lombard. Ebene finden sich ebene Striche auf der Westseite J.s am untern Arno, sodann weiter nach Süden die Campagna di Roma mit den Pontinischen Sümpfen und endlich bei Neapel die Campagna Felice, an deren Südseite sich der Vesuv erhebt. Auf der Ostseite ist die apulische Ebene (tavoliere di Puglia) die bedeutendste. Der Boden Iis ist meist höchst fruchtbar. In der trefflich angebauten lombard. Ebene ist er schwer und marschenartig, in den meist r kahlen Gebirgen auf den Höhen dürr, in den Thälern fruchtbar, in den Maremmen (s. d.) am Mittelmeer und in der röm. Campagna steppenartig; in Suüd-J., wo er um Capua und Neapel nur seiner vulkanischen Beschaffenheit die ausgezeichnete Fruchtbarkeit verdankt, im ganzen leicht und weniger ertragsfähig. Das Klima I.s gehört, mit Ausnahme der hohen Gebirgsgegenden, durch seine Milde zu den schönsten von Europa. Man unterscheidet vier Hauptregionen: 1) Ober-J. im Norden des Apennin, wo das Réaumursche Thermometer im Winter zuweilen noch bis zu 13 Kälte fällt, der Schnee oft wochenlang die Fluren bedeckt und selbst die adriatischen Lagunen sich mit Eis belegen, wo die edeln Südfrüchte nur an 9—. stigten Stellen im Freien gedeihen; 2) Mittel-J. mit Genua bis zu 41 30“ südl. Br., wo ein eigentlicher Winter nur in den Gebirgen stattfindet, bleibendes Eis und Schnee in den Thälern selten sind und der Olbaum und Orangen im Freien überall in den Niederungen gedeihen; 3) Unter-J. bis auf die südlichste Spitze, wo das Thermometer nur höchst selten unter 3 Kälte fällt und Schnee ebenso selten ist, wo die Alos und die feinsten Südfrüchte im Freien überwintern; 4) die südlichste Spitze Neapels, Sicilien und Malta, wo das Thermometer fast nie unter den Gefrierpunkt fällt, neben der indian. Feige auch die Dattelpalme und das Zuckerrohr gedeihen und Aloé und Papyrus zur Einfassung von Feldern benutzt werden. Im Sommer ist der Himmel fast fortwährend heiter, und Seewinde mäßigen die große Hitze; doch leidet das

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 700Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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