Iser, rechter Nebenfluß der Elbe, entspringt 800 m über der Ostsee auf der Iserwiese, einer sumpfigen Hochebene im Isergebirge, am südöstlichen Fuße der Tafelfichte, bildet auf eine kurze Strecke die Grenze zwischen der preuß. Provinz Schlesien und Böhmen, fließt dann . und mündet nach einem Laufe von 125 Em oberhalb von Altbunzlau. Militärisch wichtig wurde die Iserlinie in den ersten Tagen des Deutschen Kriegs von 1866. Das österr. Korps Clam-Gallas hielt nebst der Kavalleriedivision Edelsheim zur Deckung der linken Flanke gegen die von Sachsen her vordringende preuß. Erste Armee und die Elbarmee die Iserlinie besetzt. Diese Truppen wurden später durch die sächs. Truppen, welche nach Böhmen zurückgingen, bis auf 60000 Mann verstärkt und dem Befehle des Kronprinzen von Sachsen unterstellt, vermochten jedoch trotz tapfern Widerstandes die Is erlinie nicht zu halten. Die Kämpfe bei Münchengrätz Hühnerwasser und Podol (25. bis 27. Juni) fielen durchweg günstig für die preuß. Waffen aus und bewirkten die Vereinigung der Ersten Armee mit der Elbarmee. Die Schlacht von Gitschin (29. Juni) nötigte das österr. sächs. Heer zum Rückzuge nach Horzi und zur Vereinigung mit der Hauptarmee bei Königgrätz unter Benedek. (S. Deutscher Krieg von 1866.) von 2769 m Höhe inmitten der Grajischen Alpen, aus dessen Gletschern die Isere nach W., der Orco, ein linker Nebenfluß des Po, nach O. herabkommt. Der nach SO. gerichtete Paß führt zu einem 4045 m hohen Gipfel, welcher als Mont-Iseran bezeichnet wird. Von der Quelle der Isere zu der des Orco führt von O. nach W. gerade über die Gletschermassen der Col di Galisia in das Val di Locana. ö VI6 (bei den Alten Isära), der bedeutendste linke Nebenfluß des Rhöne in Frankreich, entspringt in mehr als 2300 m Seehöhe aus den Gletschern an der Nordseite des Iseran im franz. Depart. Savoyen. Derselbe fließt in mehrern starken Bogen westwärts über Moutiers-en-Tarentaise (480 m), Conflans und Montmelian (254 m), tritt dann nahe oberhalb Fort Barraux in das Isere-Departement, geht hier südwestwärts nach Grenoble (213m), dann in einem Bogen nach Westen über Romans (107 m) im Depart. Dröme und mündet nach einem Laufe von 290 km, wovon 156 schiffbar sind, bei Cousoulin nahe oberhalb Valence. Oberhalb Grenoble durchfließt die J. 48 Km weit das fruchtbare Graisivaudan (s. d.). Links nimmt die J. mehrere reißende Gewässer auf: den 150 Ekm langen Arc, der das Thal Maurienne in Savoyen durchfließt, die Breda mit zahlreichen Wasserfällen und einer wilden Gebirgslandschaft, und den Drac (s. d.). as Departement Isere, aus dem nördl. Teile des Dauphiné mit den Landschaften Graisivaudan und Viennais gebildet und zum Bistum Grenoble gehörig, zählt (1881) auf 8289,34 gkm 5802 hat zur Hauptstadt Grenoble (s. d.) und zerfällt in die 4 Arrondissements Grenoble, St.⸗Marcellin, La-Tour-du-Pin und Vienne mit 45 Kantonen und 560 Gemeinden. Im Stromgebiete und am linken Ufer des Rhöne gelegen, wird das Departement noch durch eine große Anhl Gewässer befruchtet, den Guier, Bourbre, ie J. mit dem Drac. Im Osten liegen viele kleine Seen, Teiche und Moräste. Über die Hälfte des Areals ist Gebirgsland, besonders hoch im Südosten, wo die Rouins 3634 m, der St.⸗Taillefer 2861 m, der Pic de Belledonne 2981 m, die impoante Meije oder Aiguille du Midi im Pelvouxkassiv 3987 m, an der Grenze der Mont d'Olan 3883 meemporragen. Das Klima ist in der Alpenregion gesund, mehr kalt als warm und sehr veränderlich. Der Ackerbau gewährt das nötige Getreide, besonders viel Roggen. Hanf, Obst, Mandeln, Nüsse und Runkelrüben werden gebaut. Der Wein kommt dem am Rhöne wachsenden Cöte-Rotie nahe. Rindvieh⸗, Schaf- und Schweinehie sind von großer Wichtigkeit, nicht unerheblich ie Seidenkultur. Die Käse von Sassenage, unterhalb Grenoble, sind sehr geschätzt. An Mineralien ist dies Departement eins der reichsten Frankreichs, besonders wichtig sind die Eisenminen. Auch gibt es viele Mineralquellen und mehrere Bäder (Allevard, Uriage), sowie bei St.⸗Vif eine Quelle, die brennbares Gas aus— römt (Fontaine ardente), eins der sieben Wun— r des Dauphiné. Neben dem Hüttenbetriebe, besonders im Gerethale, der Stahl- und Kupferwarenfabrikation sind am bedeutendsten die Garnspinnerei und Weberei von Kattun und Hanfleinwand, deren Mittelpunkt Voiron, die Manufakturen und Fabriken in Leder, Handschuhen (Grenoble), Papier (Rives), Tapeten, Branntwein, Liueur und Seide. Diese Erzeugnisse nebst Wein, olz, Hanf und Wolle bilden die Hauptartikel der Ausfuhr. Der Transitoverkehr wird gefördert durch den Rhöne, die Lyoner Eisenbahn und die mit dieser verbundenen Bahnen nach Grenoble und Chambeéry.