FeedIsovaleriansäure
ErdkundeBrockhaus 1882

Isovaleriansäure, s. unter Baldriansäure. Jopahan oder Isfahän, einst die große und blühende Haupt⸗ und Residenzstadt Persiens von Schah Abbas d. Gr. bis auf Nadir-Schah, liegt in der Provinz Irak Adschmi in einer schönen, wohlbewässerten und gutkultivierten Mulde des iranischen Plateau an dem mit mehrern herrlichen Brücken überspannten Steppenflusse Sajendeh-Rud in 1554 m Höhe, in 3239“ nördl. Br. und 69·24 östl. L. (von Ferro), in sehr gesundem Klima, das nur im Herbst Fieber bringt. Obschon die Stadt als Centralpunkt der pers. Industrie, als wichtiger Stapelplatz für die Produkte des Umlandes und seiner Schulen wegen noch Bedeutung hat, ist sie doch von ihrer frühern Größe gänzlich herabgesunken und besteht großenteils aus wüstliegenden Gärten und Häusern. Zur Zeit der größten Blüte, im 17. Jahrh., hatte sie mit den Vorstädten über 30km Umfang und 600000, nach andern über 1 Mill. E. Gegenwärtig zählt J. bei 8 Km Umfang etwa 40000 E. und hat 60 große und kleinere Moscheen, gegen 50 Gelehrtenschulen, 80 — 100 öffentliche Bäder, 20 Karawanserais, sowie, mitten durch die Stadt ziehend, eine fast 5 Km lange Reihe von Bazars. Die Straßen sind eng und schmutzig. Im Süden der Stadt liegt die Vorstadt Dschulfa, welche Schah Abbas d. Gr. 1603 den aus ihrem Vaterlande, namentlich aus dem Weberorte Eski-Dschulfa am Aras hierher versetzten 34000 Armeniern (ietzt 2000) als Wohnort angewiesen hatte. Die Armenier besitzen von den ehemaligen glänzenden 13 noch 6 elende Kirchen und ein Nonnenkloster, das den Wohnsitz des armen. Bischofs abgibt, die Katholiken eine Kirche mit einem kleinen Dominikanerkloster. Die Strecke zwischen Dschulfa und der eigentlichen Stadt besteht aus einem Trümmerfelde. Den Fluß überspannt hier eine großartige Brücke in einer Doppelreihe von 34 Bogen, und in dem Raume zwischen der Brücke (Tschehar-Bagh) und der Stadt liegen noch mehr oder weniger erhaltene Reste von Palästen. Die beiden großen, von Schah Abbas herrührenden Paläste sind der Tschihul-f utun, d. h. die 40 Säulen, und der Hascht-Bihischt, d. h. die 8 Paradiese, umgeben von großen Gärten voller Fontänen und von einer fast 5 km langen Erdmauer umzogen. lüberall sieht man in ihnen Vergoldung, Spiegel, Malereien und Arabesken. Den angenehmsten Aufenthalt bietet der Haft Dast, d. h. die 7 Höfe, in dem schönen Garten von Sa'adetabad, links vom Flusse, etwa 6,5 km von der Mitte der Stadt. Der nun fast verödete, von einer Doppelreihe von Arkaden umgebene Maidan-i-Schah, 600 mlang und 215 mbreit, ist einer der größten aller Plätze. An diesem Platze stehen auch die große Moschee Lutf-Ollah mit einer Kuppel aus glasierten Ziegeln und die Hauptmoschee (Mesdschid-i-Schah), die prachtvollste des Morgenlandes, mit einem Kollegium zahlreicher Lehrer, das als mohammed. Universität gelten kann. Die Industrie der Stadt, einst hoch berühmt, liefert noch immer Seiden⸗ und Baumwollzeuge aller Art, wollene Stoffe, Hieb- und Schußwaffen, Pulver und Bijouterien, Samt, Goldbrokate, weiße Musseline, Schuhwerk, Sättel und Pferdegeschirre, Pfeifens chläuche, Holzmosaik, Lackmalerei, Papier und Glas. Auch ist J. Mittelpunkt des Binnenverkehrs im eigentlichen Persien. J., das Aspadana der Alten (in Medien), bluhte schon seit dem 10. Jahrh., obschon es durch Kriege viel zu leiden hatte. Vom Schah Abbas I. (1586—1628) anstatt Kaswin zur Residenz erhoben, wurde es im 16.Jahrh. eine der bedeutendsten Weltstädte. Die Afghanen unter Mir Mahmud eroberten und verwüsteten die Stadt, 12. bis 28. Okt. 1722, und seitdem war ihre Blüte dahin. Nadir Schah vertrieb zwar 1729 die Afghanen, aber die Stadt kam nicht wieder empor, da der Kurde Kerim Chan, der sie 1749 gewann, die Residenz nach Schiras und der Kadschare Feth-Ali 1796 nach Teheran verlegte. Span (ungar.), Gespan, s. Komitat. 3opica, Thal bei Modica (s. d.) in Sicilien. Sprawnik, Chef der Kreispolizei in Rußland, seit Katharina II. ein Wahlposten, jetzt von der Regierung ernannt. Srael, Jamebr ist der biblisch-religiöse, thedkratische Name des Volks der Hebräer (s. d.), sofern dieses seit Mose den Jahve als den allein wahren Gott der Welt und als seinen Nationalgott verehrte. Der Ursprung des Namens wird von der Sage auf Jakob Vsrael⸗ als welchem von Gott selbst der Name Israelo als «Gotteskämpfer » beigelegt worden sei. Seit der Reichsspaltung (975 v. Chr.) wurde J. im engern Sinne und im Gegensatz zum Reiche Juda von dem größern Nordreich der 10 Stämme angenommen und gebraucht, welches auch Reich Ephraim (s. d.) hieß.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 696Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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