FeedJericho
ErdkundeBrockhaus 1882

Jericho, einst eine der blühendsten Städte Palästinas, 9 km westlich vom Jordan, 21 km nordöstlich von Jerusalem, von diesem durch eine öde, felsige Gegend getrennt, wurde im Westen von hohen Kallsteinbergen begrenzt und lag in der wohlbewässerten, fruchtbaren, an Palmen, Rosen (Oleander), Balsam und Honig reichen Jordanebene (Ghör). Die Stadt war von Nordosten her der Schlüssel zum Lande, wurde deshalb von den Is-⸗ raeliten bei der Eroberung Kanaans unter Josua zuerst angegriffen und nach siebentägiger Belagerung erobert und geschleift. Später wurde sie vom König Ahab befestigt; auch scheint sie nachher der Sitz einer Prophetenschule gewesen und im Makkabäerkrieg vom Syrer Bacchides abermals befestigt worden zu sein. Herodes d. Gr., der hier residierte und starb, verschönerte sie; unter Vespasian wurde sie wieder zerstört, unter Hadrian von neuem aufgebaut. Im Zeitalter der Kreuzzüge traf sie wiederholt das Schicksal der Verwüstung und endlich gänzliche Zerstörung. Ein ärmliches Dorf, Er— Riha, bewahrt noch ihren Namen, hat aber keine Ruinen aufzuweisen. Vielmehr scheinen die 2 Km nordwestlich, nahe südlich von Ain-es-Sultan oder dem Elisabrunnen befindlichen Ruinen, namentlich auch ein Aquädukt, die überbleibsel J.s zu sein.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 836Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 6

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6