Itinerarium (lat.), ein Verzeichnis der auf einer Straße zwischen zwei Hauptorten sich findenden Stationen und Halteplätze, mit Angabe ihrer Entfernungen voneinander. Aus dem Altertum sind namentlich erhalten: 1) Die Itineraria Antoninio, nämlich das Itinerarium provinciarumo, eine Anzahl Reiserouten durch die röm. Provinzen Europas, Asiens, Afrikas enthaltend, und das (Itinerarium maritimumo, die üblichsten Küsten- und Seewege anzeigend. Ihre Veröffentlichung mit den Berichtigungen und Erweiterungen, welche sie im Laufe der Zeit erfuhren, soll nach Pinder und Parthey unter Antoninus Caracalla, nach dem die Itinerarien ihren Namen tragen, stattgefunden haben. Ursprünglich auf den Gebrauch der Staatsdiener und Militärs beschränkt, nahmen sie später etwa die Stelle unserer Reise⸗ und Postbücher ein. Sie wurden fortwährend revidiert und vermehrt; die Gestalt, in der die Itinerarien uns vorliegen, gehört der Zeit des Diocletian an. 2) Das Itinerarium Burdigalenses oder Hierosolymitanumv, verfaßt von einem Christen 333 n. Chr. für die von Burdigala (Bordeaux) nach Jerusalem Reisenden. Herausgegeben wurden diese beiden Itinerarien am besten von Pinder und Parthey (Berl. 1848). 3) Das altinerarium Alexandrio, eine um 340 n. Chr. verfaßte kurze Schilderung des Zugs Alexanders d. Gr. nach Persien, die zuletzt von Volkmann (Naumb. 1871) herausgegeben wurde. Endlich 4) mehrere Itinerare durch das Heilige Land (beziehungsweise Beschreibungen desselben), die in neuerer Zeit Tobler (St. Gallen 1869, und zusammen mit Molinier, Bd. 1, Genf 1879) veröffentlichte. Dazu kommen dann noch die Descriptiones terrae sanctae ex saeculo VIII, IX, XII et XVo, die Tobler ebenfalls (Lpz. 1874) herausgab. Ferner ist ziemlich vollständig die Kopie einer Art von Weltkarte erhalten, welche die Itinerarien der gesamten den Römern bekannten Welt kartographisch darstellte, in der Peutingerschen Tafel (s. d.).