Itala, s. Vulgata. Italia. Der Name J. ist von dem kleinen Ge— biet der Italer in der äußersten Südspitze erst allmählich, definitiv zu Cäsars Zeit auf die ganze, ihrer Konfiguration nach zusammengehörige mittlere Halbinsel Südeuropas im Süden der Alpen ausgedehnt worden, welche durch den Bergzug konstituiert und Iuammmengaßt wird, den das Altertum unter dem gemeinsamen Namen Apenninus begreift. Die drei im W., S. und O. umgebenden Meere hießen im Altertum das Tyrrhenische, das daküri oder Jonische und das Adriatische. Die natürliche Gliederung des Landes in drei Teile, einen nördlichen, mittlern, untern oder südlichen, tritt auch in der antiken Einteilung und Bewohnung deutlich hervor: der nördliche im Po-Thale, zwischen Alpen und Apenninus wurde im Alterthum bis auf Cäsar als Gallia trauspadana und G. cispadana zu Gallien gerechnet. Der mittlere Teil wird charakterisiert durch die zusammenhängende Kette des Apenninus, welche näher der Ostseite entlang zieht und dadurch im allgemeinen nur im W. längere Wasseradern, größere Ebenen, bedeutendere Staaten ermöglicht. Im südl. Teile lockert sich die Bergkette zu einer allgemeinern wellenförmigen Bewegtheit des Bodens, welche freilich in der Südwestspitze wieder zu einem scharfen Grat (Sila saltus) sich zusammenzieht. (Hierzu eine Karte: Das alte Italien.) Als Ureinwohner J.s erscheinen vier Stämme, die in histor. Zeit teilweise auf weit voneinander Licurne Gebieten übrig geblieben waren: die iburner im N. und SO. der Halbinsel; die Ligurer, einst sehr zahlreich am Tyrrhenischen Meer; die Tyrsener oder Etrusker im nordwestl. Mittelitalien, dessen übrige Bevölkerung, wie Latiner, Umbrer, Volsker, Sabiner u. a., nach Sprache und Sitte zusammengehörig die vierte Gruppe bildet, für welche es indessen an einem gemeinsamen Namen fehlt. Dazu kamen in histor. Zeit Kelten in Oberitalien und Griechen im Süden, durch deren starke Küstenbesiedelung Unteritalien verhältnismäßig früh den Namen Großgriechenland empfing. In Oberitalien waren im N0. die Landschaften Histria und Venetia, welches südlich von dem Atasisflusse (jetzt Etsch) begrenzt wurde. Das fruchtbare, wasserreiche Thal des Padus (jetzt Po), des größten italischen Flusses, war ursprünglich von Etruskern in zwölf Stadtrepubliken besiedelt, um 400 jedoch von kelt. Völkern erobert, welche die ganze Landschaft dann als Gaklia transpadana und cispadana bewohnten. Das Bergland am Sinus Ligusticus (jetzt Golf von Genua) war Liguria. In Mittelitalien bildeten die nördl. Hälfte die fruchtbare Landschaft Etruria im W., Umbria im O., beide schied der Tiberisfluß, der auch im S. die Grenze gegen die untere Hälfte von Mittelitalien blieb. Hier lag Latium im W., Picenum im O., zwischen beiden das Bergland der Sabiner und mehrerer anderer Gebirgsstämme, wie der Vestini, Marrucini, Aqui, Marsi, Peligni. In Unteritalien folgten von N. bis zur Südwestspitze die drei Landschaften Campania, Lucania, Bruttium, denen im O. Samnium, Apulia, Calabria etwa entsprachen. Die drei großen Inseln Kyrnos (Corsica), Sardinia, Sicilia gehörten erst vom 3. Jahrh. v. Chr. an politisch zu J. Vgl. Nissen, „Italische Landeskunder (Bd. 1, Berl. 1883).