FeedJade nach offizieller
ErdkundeBrockhaus 1882

Jade nach offizieller, Jahde nach gewöhnlicher Schreibart, ein 22 kmelanger Küstenfluß im Großherzogtum Oldenburg, fließt aus dem Vareler Hochmoor in den 190 qkm großen Jadebusen der Nordsee, welcher durch wiederholte Meereseinbrüche in die friesländ. Landschaft Rüstringen infolge einer Reihe von Sturmfluten entstanden ist, von denen die sog. Eisflut vom 17. Jan. 1511 fünf Kirchspiele verschlang. Ein 2 km breites Fahrwasser, das in seiner Hauptströmung durch die 3—4 m steigende Flut niemals zufriert, führt in die See hinaus. Der breite innere Teil des Jadebusens ist flach, am Eingang aber für die größten Kriegsschiffe tief genug. Die günstigen Verhältnisse des Busens so- wie die militärisch-politisch wichtige Lage desselben veranlaßten die preuß. Regierung, durch Staatsvertrag vom 20. Juli 1853 von Oldenburg zwei kleine, zu den Gemeinden Heppens und Neuende gehörige Landstreifen am Ost- und Westende der engsten Stelle des Busens zur Anlegung eines Kriegshafens käuflich zu erwerben. Dieses sog. Jadegebiet zählte zur Zeit der Erwerbung auf 340 ha nur 109 E. Nachdem die Besitzergreifung 23. Nov. 1854 erfolgt, begann 18. Juli 1855 eine besondere Kommission die Arbeiten zur Hafenanlegung. Bei der Einweihung des Kriegshafens durch König Wilhelm J. 17. Juni 1869 erhielt derselbe den Namen Wilhelmshaven (s. d.). Südlich vom Kriegshafen liegt der Handelshafen, welcher durch einen Erdwall von der Jade getrennt ist, und unweit westlich desselben mündet der im Bau begriffene Ems-Jadekanal. Das ganze Jadegebiet ist durch Gesetz vom 23. März 1873 seit 1. April 1873 mit der Provinz Hannover und zwar dem Landdrosteibezirk Aurich (Kreis Aurich) vereinigt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 768Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 8

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6