FeedJohann III.
GeschichteBrockhaus 1882

Johann III., König von Schweden 1569—92, war der zweite Sohn Gustav J. Wasa und vom Vater mit Finland ausgestattet worden, während der ältere Bruder Erich XIV. 1560 in Schweden nachfolgte. Zwischen beiden Brüdern brach offene Feindschaft aus, als J. sich mit der kath. Katharina aus dem poln. Königshause der Jagellonen verhei— ratete und die geforderte Hilfe gegen Polen im livländ. Kriege versagte. Nach Stockholm vorge— laden, kam er nicht, wurde zum Tode verurteilt, mit Gewalt in Abo 12.Aug. 1563 gefangen genommen und dann auf dem Schlosse Gripsholm in strengster Haft gehalten, während welcher die Wut— anfälle Erichs ihn wiederholt in Todesgefahr brach— ten. In einer Anwandlung von Reue ließ Erich den Bruder (8. Okt. 1567) plötzlich frei, zu seinem Verderben. Denn J. und sein jüngerer Bruder Karl von Südermanland erhoben nun offenen Aufruhr, überfielen Erich in Stockholm (18. Sept. 1568), ließen ihn von den Ständen absetzen und zu ewiger Gefangenschaft verurteilen. An seiner Statt wurde J. 24. Jan. 1569 zum Könige erwählt und er sicherte sich die Krone 1577 durch die Ermordung Erichs. Der lange Krieg, welchen er mit Russen und Polen um den Besitz der livländ. Provinzen zu führen hatte, erschöpfte die Hilfsmittel Schwedens, und der Friede, welchen er 1582 mit Polen schloß, brachte ihm nur einen Teil Livlands und Estland. Den Bekehrungsversuchen des Jesuiten Antonio Possevino kam J. so weit entgegen, daß man an seinen heimlichen übertritt glaubte. Als jedoch sein Sohn Sigmund 1587 in Polen König geworden war und Karl von Südermanland Neigung zeigte, unter der Fahne des Luthertums die n Sigmunds in Schweden zu hintertreiben, lenkte J. wieder ein: die Jesuiten wurden ausgewiesen, jeder lübertritt mit Verbannung bestraft. J. starb 17. Nov. 1592.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 864Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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