Johann II. Kasimir, König von 89511 geb. 21. März 1609, SohnKönig Sigismunds III. und seiner zweiten Gemahlin, der Erzherzogin Konstanze von Osterreich, schlug nach seines Vaters Tode 1632 bei dem Reichstage seinen ältern Stiefbruder Wladislaw zum Könige vor und wurde, nachdem dieser den poln. Thron bestiegen, mit ansehnlichen Domänen begabt. Dm J. 1640 ließ er sich in den Jesuitenorden aufnehmen und bald nachher durch Innocenz X. bte Kardinalpriester ernennen; doch schon 1646 lebte er wieder in Polen, vom Papste seiner geistlichen Gelübde entbunden. Nach Wladislaws Tode, 20. Nov. 1648, nahm er die ihm dargebotene Krone an und vermählte sich mit dessen Witwe. Seine Regierung war ein fortgesegter Kampf gegen die unter Chmielnicki aufständigen Kosaken, gegen die Russen und Schweden, die eine Zeit lang ganz Polen besetzt hielten, sodaß J. nach Oppeln in Schlesien zu flüchten genötigt ward, und gegen innere Unruhen und Verschwörungen. Den Krieg mit Schweden endete der Friede zu Oliva 3. Mai 1660, zufolge dessen Polen die Insel Osel, Estland und, mit Ausnahme einer einzigen Wojwodschaft, auch Livland verlor, und den mit Rußland der Friede zu Andrussow 14. Jan. 1667, in welchem J. Weiß⸗ und Rotrußland samt der Ukraine bis an den Dnjepr an Rußland abtreten mußte. Die allgemeinen Zerwürfnisse im Innern des Reichs bestimmten ihn endlich, in der Reichstagsversammlung 16. Sept. 1668 dem Throne zu entsagen. Im folgenden Jahre begab er sich nac Frankreich, wo ihn Ludwig XIV. mit mehrern Abteien beschenkte. Er starb zu Nevers 16. Dez. 1672 und wurde in der Jesuitenkirche zu Paris beigesetzt, 1676 aber in die Kathedrale zu Krakau geschafft, wo man ihm ein prächtiges Denkmal errichtete.