Heinrich, Herzog von Kärnten, wurde, als der letzte böhm. König aus dem Hause der Przemysliden, Wenzel III., 1306 ermordet war, von einem Teile der Böhmen, weil er Wenzels Schwester Anna geheiratet hatte, im Aug. 1307 zum König erwählt. Ein anderer Teil freilich erkannte Rudolf, einen Sohn König Albrechts I., an. Die Angriffe der Habsburger schlug H. glücklich ab, dagegen verstand er es nicht, sich einen festen Anhang im Lande zu verschaffen. So kam es, daß, als König Heinrich VII. der Luxemburger Annas Schwester Clisabeth mit seinem Sohne Johann vermählte und diesem 1310 Böhmen zu Lehn gab, H. am Ende des Jahres das Land räumen mußte. Auch seine Regierung in Kärnten und Tirol war keine rühmliche, da er stets in Geldnot war und fortwährend zwischen dem Anschlusse an Habsburger, Luxemburger und Wittelsbacher schwankte, um kleine Vorteile zu erlangen. Von Ludwig dem Bayern verschaffte er sich die Erlaubnis, auch seine Reichslehne auf seine Tochter Margarete zu vererben, welche 1330 mit einem Sohne Johanns von Böhmen vermählt wurde. Er starb 2. April 1335. „Heinrich Jasomirgott (sso genannt nach einem von ihm angeblich häufig gebrauchten Ausruf «joch so mir Goto), Markgraf von Esterreich seit 1141, aus dem Hause der Babenberger, folgte seinem Bruder Leopold außer in Ssterreich auch in Bayern, welches dem Welfen Heinrich dem Stolzen von ihrem Halb,bruder König Konrad III. abgesprochen und jenem verliehen war. Zur Sicherung dieses Besitzes heiratete H. die Witwe Heinrichs, Gertrud, welche jedoch schon 1143 starb. H. kam dann in üble Lage, da er sich zugleich in Bayern gegen Heinrichs des Stolzen Bruder Welf VI. und in Ssterreich gegen den König Geisa von Ungarn zu wehren hatte und von letzterm 1146 gründlich geschlagen wurde. Er verschaffte sich Frieden durch die Teilnahme am zweiten Kreuzzuge, aber gleich nach der Rückkehr stand Welf ihm von neuem gegenüber und vor allem begann jetzt auch Heinrichs des Stolzen Sohn, Heinrich der Löwe, Ansprüche auf Bayern zu erheben. Nach mancherlei Kämpfen und Verhandlungen wurde in der That dieses Herzogtum von Kaiser Friedrich I. Heinrich dem Löwen 1154 zuerkannt und 1155 förmlich verliehen, H. aber auf dem Reichstage zu Regensburg (Sept. 1156) dadurch entschädigt, daß die Mark Ssterreich von dem Lehnsverbande mit Bayern gelöst, zu einem Herzogtum erhoben und mit weitgehenden Befugnissen ausgestattet ward, welche in dem Pri— vilegium minus enthalten sind. So wird die echte Urkunde Friedrichs I. von Osterreich genannt, im Gegensatze zu dem Privilegium majus, welches der Herzog Rudolf IV. im 14. Jahrh. zur Erlangung noch weiterer Vorrechte gefälscht hat. H.s spätere Zeit verlief ebenso stürmisch; doch verdankt Wien erst ihm größere Bedentung, da er es zur Residenz des neuen Herzogtums machte. Er starb zu Wien 13. Jan. 1177 infolge Sturzes mit dem Pferde.