Jäger (Gustav), Naturforscher und Hygienist, geb. 23. Juni 1832 zu Bürg in Württemberg, studierte in Tübingen Medizin, war dann eine Zeit lan Docent der Zoologie in Wien, legte hierauf daselbst ein Seewasseraquarium und als Direktor einer Aktiengesellschaft einen Tiergarten an, ging 1867 nach Stuttgart und war seit 1867 Lehrer der Zoologie an der Land-und Forstwirtschaftlichen Akademie zu Hohenheim, später auch Lehrer der Zoologie und Anthropologie am Polytechnikumzu Stuttgart. Im Frühjahr 1884 legte er seine Lehrthätigkeit nieder und lebt seitdem als Arzt in Stuttgart. In weitern Kreisen wurde J. insbesondere durch seine angebliche «Entdeckung der Seeler bekannt, nach welcher es hauptsächlich die verschiedenen spezifischen Duftstoffe (sog. «Lust-o» und «Unluststoffes) in der Ausdünstung des Menschen wie der Tiere sind, die nicht nur die mannigfachen Affekte, Triebe und Instinkte erzeugen, sondern wahrscheinlich auch hinsichtlich der Formungskräfte wie der Entwickelung und Vererbung eine bedeutsame Rolle spielen, eine Lehre, welche von seiten der Naturforscher sofort den entschiedensten Widerspruch erfuhr. Auch das von J. eingeführte neue Bekleidungssystem, welches Leinen und alles übrige Pflanzenfasergewebe in jedweder Form als unbedingt nachteilig verwirft und lediglich wollene Unterkleider und Kleider gestattet (sog. Normalkleidungo), hat bei vorurteilsfreier Prü-And den übermäßigen Empfehlungen J.s und seiner nhänger nicht allenthalben entsprochen. Von seinen Werken sind hervorzuheben: Zoolog. wins contra Wigand » (Stuttg. 1874), Die Darwinsche Theorie und ihre Stellung zu Moral und Religion»(Stuttg. 1869), Lehrbuch der allgemeinen Zoologiev (2 Bde., Lpz. 1871—78), «Die menschliche Arbeitskrafto(2 Bde., Münch. 1878), «Seuchenfestigkeit und Konstitutionskrafto (Lpz. 1878), Die Normalkleidung als Gesundheitsschutz» (Stuttg. 1880; 3. Aufl. 210 „(Die Entdeckung der Seele »(Lpz. 1878; 3. Aufl., 2 Bde., 1883 —84). Seit 1881 gibt er ein der Fortbildung seiner Lehre und Praxis gewidmetes Monatsblatte heraus.