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HeilkundeBrockhaus 1882

Hippokratisches Gesicht (facies Hippocratica) nennt man in der Pathologie den Gesichtsausdruck eines Sterbenden. Kurz vor dem Tode nämlich tritt gewöhnlich in dem Gesicht eine auf. fallende Veränderung ein. Die Gesichtsfarbe wird plötzlich bleich und fahl, an Wangen und Lippen bläulich oder schwärzlich, die Stirnhaut glatt; die Weichteile des Gesichts sinken ein; die Nase und das Kinn werden spitzig; die Augen sinken tiefer in ihre Höhlen, verlieren den Glanz und sehen stie durch die halbgeöffneten Augenlider. Diese Verän derung (welche teils auf Stillstehen des Blutlaufs, teils auf Lähmung der Gesichtsmuskeln zurückführbar ist) kann indessen auch durch große Entkräftung nach langem Fasten oder starken Ausleerungen und reichlichem Blutverlust entstehen und ist dann mit geringerer Gefahr verbunden. Der Name rührt davon her, daß Hippokrates zuerst diese Veränderung des Gesichts treffend beschrieb und erklärte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 255Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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