FeedJäger (Gustav)
Sport & SpielBrockhaus 1882

Jäger (Gustav), Historienmaler, geb. zu Leip zig 12. Juli 1808, erhielt seinen künstlerischen Unterricht auf den Akademien in Dresden und München, wo er von 1830 bis 1836 blieb. Seine Richtung wendete sich dem religiösen Geschichtsfache im Sinne romantisch-nazarenischer Empfindungzu, wobei ihn das Beispiel Julius Schnorrs besonders anspornte. Nach einjährigem Aufenthalte in Rom ging er nach München zurück, um dort in den Kreis der großen Kunstbewegung einzutreten, welche unter der Agide König Ludwigs begonnen hatte. Die monumentalen Aufgaben boten ihm auch Gelegenheit, sich im Fresko eine bedeutende Fertigkeit zu erwerben, in welcher Technik er nun bei der malerischen Auszierung des neuen Königsbaues mit Gießmann den Habsburger- und Hohenstaufensaal ausführte. Später folgte noch der Nibelungensaal daselbst (1850), doch hatte J. unterdessen München verlassen, um die Leitung der Akademie in Leipzig zu übernehmen. Groß ist die Zahl der Bilder, die er in Olmalerei ausführte, die trefflichsten für mehrere Gotteshäuser in der Nähe Leipzigs, ferner Bileam und der Esel, Magdalena wäscht des Herrn Füße, die Grablegung (1846) u. a. Im J. 1848 malte er das Herderzimmer im Schloß zu Weimar. Er starb in Leipzig 19. April 1871.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 776Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Sport & Spiel 6