FeedJanssens (Abraham) van Nuysem
Bildende KunstBrockhaus 1882

Janssens (Abraham) van Nuysem, berühmter niederländ. Historienmaler, Zeitgenosse Rubens', geb. zu Amsterdam 1575, gest. 1632. Viele Kirchen in Flandern besitzen Gemälde von seiner Hand; am berühmtesten sind seine Grablegung und die Madonna mit dem Kinde in der Karmeliterkirche zu Antwerpen. Auch die Galerien zu München, Wien, Dresden und Berlin bewahren Bilder von ihm. J. war ein tüchtiger Zeichner und trefflicher Kolorist, welcher an der Spitze einer Anzahl Gleichgesinnter die Nachahmung der Italiener gegenüber dem nationalen Prinzip des Rubens vertrat. — Cornelis J., wahrscheinlich in Flandern geboren und in Amsterdam 1665 gestorben, erwarb sich den Ruf eines vortrefflichen Porträt⸗ und Historienmalers. — Victor Honorius J., geb. zu Brüssel 1664, gest. daselbst 1739, ist in Wien, wo er eine Zeit war, durch gute Bilder in Kirchen vertreten. Jautra, rechter Nebenfluß der Donau im Fürstentum Bulgarien, entspringt südlich von Gabrowa, am Nordabhange des Balkan, fließt nach NNO. und an Tirnowa vorüber und mündet nach einem Lauf von 150 km östlich von Sistowa, gegenüber der Mündung des Weda. Jautschinscher Park, s. unter Mohilew. Rang Fluß in China, s. Nang-tseiang. Jauuar (lat.), im Deutschen Jenner oder Jänner, auch Hart⸗- oder Eismonat genannt (althochdeutsch Hartmänet, Wintarmanoth), der erste Monat des Jahres, hat 31 Tage und soll den Namen durch Numa Pompilius nach dem röm. Gotte Janus erhalten haben, welchem der erste Tag dieses Monats gewidmet war. — Während der ersten zwei Drittel des Monats steht die Sonne im Zeichen des Steinbocks, während des letzten in dem des Wassermanns. Der J. ist in Deutschland meist der kälteste Monat; in ihm erreicht die Winterwitterung gewöhnlich ihre volle Höhe. Als Lostage (s.d.) gelten im J.: Neujahr, Sta. Genoveva (3.), Fabian Sebastian (20.), St. Vincenz (22.) und St. Pauli Bekehrung (25.). Jannarius, der Heilige, Bischof von Benevent, wurde zu Anfang des 4. Jahrh. unter Kaiser Diocletian, nachdem er vielen andern Martern nicht unterlegen, zu Puzzuoli enthauptet. Sein Körper ist in Neapel in der unterirdischen Kapelle der nach ihm benannten Hauptkirche beigesetzt. Sein Haupt nebst zwei Fläschchen angeblichen Blutes, welches eine fromme Matrone bei der Enthauptung desselben aufgefangen haben soll, wird in einer prächtigen Kapelle verwahrt, welche vier Gemälde von Domenichino schmücken. Das Blut soll die wunderthätige Eigenschaft haben, auch wenn es noch so hart geronnen, wieder flüssig zu werden, sobald es in die Nähe des Hauptes gebracht wird. In der Regel wird dreimal im Jahre, namentlich am Sterbetage des Heiligen, den man auf den 19. Sept. verlegt hat, das Wunder unter dem Herbeiströmen von zahllosen Gläubigen und Neugierigen, außerdem noch bei besondern Veranlassungen, wie Erdbeben, allgemeine Kalamitäten u. s. w., in Scene gesetzt. Fließt das Blut nicht, so gilt dies für ein schlimmes Zeichen, das schon oft Neapel in große Unruhe versetzte. J. ist der Schutzpatron des frühern Königreichs Neapel. Jauuarius-Orden, im vormaligen Königreich beider Sicilien vom König Karl III. am 6. Juli 1738 gestiftet, zerfiel in Rechtsritter und Ehrenritter, welche katholisch sein mußten. Die Dekoration warein achtspitziges, weiß emailliertes Goldkreuz mit runden Knöpfen auf den Spitzen und goldenen Lilien in den Winkeln, auf der Vorderseite den Oberkörper des heil. Januarius zeigend. Das Band war ponceaurot. Der Orden ging nach der Annexion des Königreichs in Italien ein.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 798Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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