FeedHopfgarten (Aug. Ferd.)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Hopfgarten (Aug. Ferd.), Maler, geb. zu Berlin 17.Marz 1807, studierte an der dortigen Akademie unter Dähling und Niedlich, später bei Wilhelm Wach. Die Erlangung eines Staatspreises bei einer Konkurrenz 1825 ermöglichte ihm 1827 einen bis 1833 dauernden Aufenthalt in Rom. Seine besten Bilder aus jener Epoche waren: Boas und Ruth; die auer werdel des Moses; die heil. Elisabeth, Almosen verteilend; Erminia bei den Hirten (nach Tasso); Seeräuber und gefangene Italiener; der heil. Georg u. s. w. In Berlin entfaltete H. eine nicht minder reiche Thätigkeit, welche sich teils auf Staffeleibilder, teils auf monumentale Wanddekoration erstreckte. In ersterer Hinsicht sind zu erwähnen: Tasso wird von Leonore d'Este mit dem Lorbeer gekrönt, die erste Begegnung der beiden, Rafael findet das Modell zur Madonna della Sedia. Von Wandmalereien entstanden daselbst: die Aus-Riefune des Heiligen Geistes in der königl. Schloßapelle, mehrere Engel daselbst, im Vestibül des Museums die Vermählung des Hereules mit Hebe und in der Kuppel des Neuen Museums Genien mit den Emblemen der Götter. Im J. 1853 erhielt H. den Auftrag, für den Herzog von Nassau die Gruftkapelle der verstorbenen Herzogin auf dem Neroberg bei Wiesbaden zu schmücken, wo er die Evangelisten, vier Propheten und in der Kuppel zwölf Engel darstellte. H. ist Professor und Mitglied der Akademie in Berlin.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 391Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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