FeedHenschel (Joh. Werner)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Henschel (Joh. Werner), Bildhauer, geb. in Kassel 14. Febr. 1782, der Sohn eines Glocken⸗ und Kanonengießers daselbst, wandte sich frühzeitig von der industriellen Thätigkeit in der Fabrik des Vaters ab und trat in die Werkstätte des Bildhauers Heyd. Hierauf an die kasseler Akademie gelangt, erhielt er 1805 ein Reisestipendium nach Paris, wo er sich fünf Jahre aufhielt, um dann einem Ruf in die Vaterstadt zu folgen, wo er 1832 eine akademische Professur übernahm. Im J. 1836 entstand sein bedeutendstes Werk, das Denkmal, welches die Stadt Fulda 1842 dem Bekehrer der Deutschen, Bonifacius, errichtete, eine begeisterungsvolle, poetische Figur. H. war außerdem auch in der Darstellung einfacher, idyllischer Kompositionen sehr lücklich, unter denen das bekannte Relief: die Aussaat, besonders erwähnt zu werden verdient. Im Auftrage des Königs von Preußen unternahm er 1842 eine Reise nach Rom, um daselbst eine Marmorgruppe für den Brunnen im Pompejanischen Bade zu Potsdam zu fertigen, welche Hermann und Dorothea zum Gegenstande hat. Andere Werke H.s sind das Monument des Grafen von Reichenbach (1822), die Gruppe einer Charitas 5 die Königin der Niederlande und das Grabmal des Generals du Cudras. Er starb in Rom 15. Aug. 1850.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 114Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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