Japanisches Papier, die Bezeichnung einer durch das spezifische Gewicht bestimmten Gattung Druck⸗ oder auch Schreibpapier. Japanische Sprache, Schrift und Litterastur. Die japan. Sprache trägt im allgemeinen den Charakter der sog. turanischen Sprachen, bildet gaber einen eigenen, von allen andern gänzlich verschiedenen Sprachstamm und unterscheidet sich insonderheit von dem Chinesischen und andern Spraschen Ostasiens durch ihre Mehrsilbigkeit. Die Grundlage der heutigen Schriftsprache ist der ältere, reine Jamäto-Dialekt, der von der neuern Volkssprache nicht unbedeutend abweicht, aber von jedem Gebildeten verstanden wird. In demselben sind vorzugsweise die zu großen Sammlungen vereinigten lyrischen Gedichte des 8. bis 15. Jahrh. n. Chr. verfaßt. Später hat die starke Einwirkung chines. Schriftstellerei den Japanern chines. Wörter und Phrasen in überfülle zugeführt. Viele der bedeutendern prosaischen Werke schreibt man sogar jetzt noch rein chinesisch. Was die Schrift angeht, so besitzt der Japaner zum Ausdruck der Laute seiner Landessprache zwei Syllabare, denen eine größere oder kleinere Anzahl abgekürzter und zugleich ihrer Form nach veränderter chines. Charaktere (von deren ideographischer Bestimmung ganz abgesehen wird) zum Grunde liegt: das einfache, aus 47 leicht zu unterscheidenden Zeichen bestehende, aber meist nur zu kurzen Erläuterungen verwendete Katakana, und das sehr schwierige, der sog. Grasschrift (tshào) Chinas entstammte Firakana. ie japan. Schriftsteller lieben es, ihre Silbenschriften durcheinander und oft unveränderte chines. Charaktere mit ideographischer Geltung einzumengen, welches Verfahren sonst nirgends seinesgleichen hat. Man schreibt wie in China mit Vinseln, scheitelrecht und von der Rechten zur Linken. an Die japan. Litteratur ist sehr reich in allen Fächern. Außer den Reichsannalen nimmt von den in Europa bisjetzt näher bekannten Werken die große chines. japan. Encyklopädie (105 Bde., Jedo 1714) den ersten Rang ein. Von allen Provinzen und wichtigen Städten des Reichs gibt es geogr.⸗ topogr. Beschreibungen mit reichem histor. Detail. Von den japan. Landkarten hat Siebold mehrere in Europa bekannt gemacht. Die Naturgeschichte, Den Auch die Botanik, hat viele Bearbeiter gefunden. Auch zahlreiche chines. Werke dieser Art sind in Japan wieder neu bearbeitet worden, darunter das berühmte Pen-tshas (31 Bde., 1769). Vortrefflich ausgestattet ist die Litteratur der chines. und japan. Lexikographie. Zum Studium des Sanskrit sind ebenfalls Hilfsmittel vorhanden; auch gibt es Glossare für die Sprache der Aino und Koreaner. Der Buddhismus und Confucianismus haben eine reiche Litteratur hervorgerufen. Die Medizin und Pharmacie sind in ihrer Art gut vertreten, und zahlreich finden sich die Schriften über Landwirtschaft und Gewerbskunde. Der japan. Handelsstand hat seine Adreßbücher, ebenso die größern Städte; der Adel seinen Hofkalender u. s. w. Das genaueste Werk über die Verwaltung und Regierungsform des Reichs ist der Spiegel des Kriegswesensv (5 Bde., Jedo 1818). Reich und mannigfaltig ist auch die poetische Litteratur. Die Japanesen besitzen viele, zum Teil sehr alte Dichtungen mytholog. und histor. Inhalts. Ihr berühmtestes episches Gedicht ist cPei-kezmonogatari oder die (romantische) Geschichte der Feike-Dynastie, welches nach 1183 verfaßt und durch einen blinden Sänger unter dem Volke verbreitet wurde. Dasselbe ward wiederholt gedruckt und umfaßt 12 Bände. Der lyrischen Gattung gehören unter anderm an die berühmte Gedichtsammlung Manjo-siu aus dem 8. Jahrh. (30 Bde.), die Gedichte des Sjotets (gest. .— — a. Die epigrammatische Gattung sowie das Drama sind nicht minder vertreten; sehr zahlreich aber sind die Romane. Dahin gehören: das Leben des Fürsten Iwagi (12 Bde.), die Thaten der berühmten Jungfrau Kagami (5 Bde.), die sieben glücklichen und die sieben unglücklichen Dinge (5 Bde.), die sechs Wandschirme in Gestalten der vergänglichen Dinge (herausg. von Pfitzmaier, Wien 1847), die Liebesabenteuer der Otoba und des Tansitsi (2 Bde.) u. a. Auch belletristische Ta— schenbücher erscheinen jährlich. Die christl. Littera— tur ist nicht bedeutend. Das Neue Testament soll schon im 17. Jahrh. (Miako 1613) japanisch vorhanden gewesen sein. Obgleich schon im 17. Jahrh. die Jesuiten verschiedene Grammatiken und Wör— terbücher der japan. Sprache veröffentlichten, is doch das eigentliche Studium derselben erst in neuester Zeit in den Bereich der orient. Forschune gezogen worden. Außer Siebold (s. d.) haben sick unter den Franzosen einigermaßen de Rosny, unter den Engländern Medhurst, Alcock und Aston, unte den Deutschen J. J. Hoffmann aus Würzburg, de wahre Begründer der sapan. Grammatikfür Europe (1868), und Pfitzmaier um die Kunde dieser Sprach und Litteratur verdient gemacht; umfangreicher Sammlungen japan. Bücher befinden sich zu Leiden Paris, London, Wien und Petersburg.