Jauer, ehemaliges Fürstentum, im südl. Teile des gegenwärtigen preuß. Regierungsbezirks Liegnitz, hatte eine Flächenausdehnung von 3050 qkm und zerfällt jetzt in die landrätlichen Kreise J., Bunzlau, Löwenberg, Hirschberg und Schönau. Es entstand, als 1314 die Söhne des Herzogs Bolko von Schweidnitz sich in das väterliche Erbe teilten und der mittlere dersekben, Heinrich, das Fürstentum Löwenberg und den um J. gelegenen Teil des Fürstentums Schweidnitz erhielt, worauf sich derselbe Herzog von Schlesien, Herr zu Fürstenstein und J. nannte und seine Residenz zu J. nahm. Nach seinem 1346 erfolgten Tode kam sein Fürstentum an seinen Neffen Bolko II. von Schweidnitz. Nach dem Tode Bolkos kamen 1392 die Fürstentümer J. und Schweidnitz an die Krone Böhmen, von da nachmals durch Friedrichs d. Gr. Eroberung an Preußen. Die ehemalige Hauptstadt des Fürstentums und jetzige Kreisstadt Jauer, in anmutiger Gebirgsgegend an der Wütenden Neisse (Zufluß der Katzbach) und an der Linie Raudten-Liegnitz-Frankenstein der Breslau-Freiburger Eisenbahn gelegen, ist Sitz eines Landratsamts und Amtsgerichts, sowie der Schweidnitz-Jauerschen Fürstentumlandschaft und zählt (1880) 10 603 C., darunter 2962 Katholiken. Die 1865 renovierte kath. Stadtpfarrkirche zu St. Martin wurde 1267 —90, die aus Holz und Lehm errichtete evang. Friedenskirche zum Heiligen Geist 1655 erbaut. Das alte piastische Fürstenschloß ist seit 1746 in ein Juchthaus verwandelt. J. hat ein evang. Gymnasium, eine höhere Töchterschule, ein Hospital und Fabriken für Maschinen, Leder, Buckstin und Teppiche, Cigarren, Holzschnittwaren, Wagen und Handschuhe und bedeutenden Zuckerrübenbau. Weit versendet werden die beiden letztern Artikel, sowie die jauerschen Bratwürste und Bienenkörbe. Schon feit 1404 unterhält die Stadt einen großen wöchentlichen Getreidemarkt, der besonders das Riesengebirge versorgt. 34677 E. 8 Der Kreis Jauer zählt auf 328 akm (1880) Jauernig, Stadt in der Bezirkshauptmannschaft — Freiwaldau in Osterreichisch-Schlesien, an einem Seitenbache der Neisse, die zur Oder geht, in einer fruchtbaren Fläche am Fuße des 2 aaltt 11880 id ist Sitz eines Bezirksgerichts un zählt (1880) ie 2292 E. (mit dem anstoßenden Dorfe J. 3362 E.) deutscher Zunge, die sich auch zum großen Teil mit städtischen Gewerben befassen. Der Name, ver— unstaltet aus Girgeneck, rührt vom Herzoge Georg von Münsterberg her, der das Schloß auf dem nach— barlichen Berge erbaut hat. Nach der Zerstörung desselben durch die Hussiten 1429 wurde es von ohann Thurgo wiederhergestellt und nach ihm Johannesberg genannt. Das Schloß ist der Sommeraufenthalt der Fürstbischöfe von Breslau.