Herrera (Francesco), el Viejo, d. h. der Alte, span. Maler aus der Schule von Sevilla, daselbst um 1576 geboren, erlangte in dem freiern und breitern Vortrage eine Gewandtheit, wie keiner seiner Vorgänger der andalus. Schule. Sein Jüngstes Gericht für die Kirche des heil. Bernhard zu Sevilla ist in Zeichnung und Kolorit ein Meisterstück. Gleich bewährt sind die Heilige Familie und die Ausgießung des Heiligen Geistes bei Sta.⸗Ines ebendaselbst. Die Kuppel der Kirche des heil. Bonaventura zeigt seine Fertigkeit in der Freskomalerei. Auch in Bronze arbeitete er. Nachdem er 1647 seine Bilder im erzbischöfl. Palast zu Sevilla vollendet, ging er 1650 nach Madrid, wo er 1656 starb. Der größte Teil seiner Gemälde ist histor. Inhalts; doch malte er auch Genrebilder, Schenken, Küchen u. s. w. — Sein jüngster Sohn, Francesco H., el Mozo (der Junge), geb. zu Sevilla 1622, erlernte die Kunst unter seinem Vater, bis er, der harten Behandlung im väterlichen Hause entfliehend, nach Rom ging, wo er sich besonders in Fischstücken so auszeichnete, daß er den Beinamen il Spagnuolo degli pesci erhielt. Nach dem Tode seines Vaters kehrte er nach Sevilla zurück und malte für die Kirchen. Bei Errichtung der Akademie in Sevilla 1660 wurde er zweiter Direktor. Er gab jedoch diese Stelle wieder auf und ging nach Madrid, wo er die Kuppel des Chors zu St. Philippus mit Fresken schmückte, welche dem König Philipp IV. so gefielen, daß er ihm die Kapelle Unserer Frauen zu Atocha übertrug und, als auch diese Arbeit, eine Himmelfahrt der Maria, ihm meisterhaft gelang, ihn zum Hofmaler ernannte. Später erhob ihn der König zum Intendanten der königl. Gebäude. Er starb 1685. Gemälde von ihm findet man in Sevilla, Madrid und im Escorial; auch soll er einiges geätzt haben. — Sein älterer Bruder, H. el Rubio (der Rote), ebenfalls Genremaler, starb sehr jung.