Jay6 Nebenfluß des Neckar, s. Jagst. ay (Antoine), franz. Schriftsteller, geb. 20. Okt. 1770 zu Guitres im Depart. Gironde, studierte die Rechte, wurde 1802 Advokat und übernahm dann den Unterricht der Kinder des Ministers Fouché. Seine Beantwortung der von der Französischen Akademie 1806 aufgegebenen Preisfrage Tableau littéraire du 18 siècler erhielt 1810 die Hälfte des Preises und sein Eloge de Montaignen 1812 das Accessit. In demselben Jahre ward er Hauptredacteur des Journal de Pariso; auch gab er den heraus. Im J. 1813 erhielt er die Professur der Geschichte am Athenäum, und während der Hundert Tage ward er vom Depart. Gironde in die Deputiertenkammer gewählt. Nach der zweiten Restauration gab er eine Histoire du ministère du cardinal Richelieuo (2 Bde., Par. 1815) heraus und nahm seitdem nebst Etienne teil an der Redaction des «Constitutionnelo und der von ihm 1818 gegründeten «Minervey. Die liberale Tendenz der von ihm, Jouy, Arnault und Norvins vertretenen KBiographie des contemporains o zog ihm und Jouy eine Gefängnisstrafe in Ste.⸗Pelagie zu. Während der Dauer derselben verfaßten sie das Buch «Les hermites en prison, ou censolations de Ste.-Pélagied (2 Bde., 1823). Nach der Julirevolution wurde J. zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Französischen Akademie gewählt. Von ihm erschienen noch: „Oeuvres littéraireso (4 Bde., Par. 1831). J. starb 9. April 1854 zu Chambreville. ayauta, s. Dschaintia. ayme, s. Jakob. azma, s. Jasma. azygen (ungar. Jäszok, d. h. Pfeilschützen) heißen die Einwohner eines besondern Distrikts im Komitat Jazygien-Großkumanien-Szolnok, der den ungar. Namen Jasz-Sag führt. Die alten ungar. Könige pflegten neue Kolonien unter gewissen Bedingungen, z. B. des Kriegsdienstes, aufzunehmen, zu welchen auch die Jasz-ok oder Pfeilschützen gehörten. Solche Namen übertrug die diplomatische Sprache in ähnlich klingende Namen, und so wurden die Jäszen zu Jazygess (vom ungar. Worte jäsz), und sogar zu «Philistaeio, vom deutschen Worte Pfeil (altdeutsch pfil). Noch das Gesetz von 1751 spricht de Jazygibus seu Philistaeis et Cumanisv. Dergleichen gelehrte Spielereien gaben Veranlassung zu sehr wunderlichen Behauptungen, die sich auf Herodot u. s. w. beriefen. Der Distrikt der Jäszen oder J. umfaßte 1100 qkm und hatte zum Hauptort Jäsz-Berény (s. d.). Die Jaszen, deren Zahl 68000 übersteigt, sind reine Magyaren und bekennen sich größtenteils zur kath. Kirche. Vor 1848 bildete der Jazygierdistrikt mit Klein- und Großkumanien drei adelige Distrikte, welche 1745 von Maria Theresia in ihren uralten Privilegien bestätigt wurden und später Sitz und Stimme auf dem Landtage erhielten. Ihr Oberrichter war der Palatinus, der als solcher zugleich Oberkapitän der Jazygier und Kumanier hieß. Der Distrikt, ehemals zum Heveser Komitat gehörig, wurde 1876 mit einem Teil von Großkumanien und vom Heveser Komitat zu einem neuen, dem Jazyger-Großtumanier und Szolnoker Komitat vereinigt, dessen Hauptort Szolnok ist.