Jemen oder Hemen, d. h. rechte Seite, das von der Kaaba (in Mekka) aus rechts oder südlich I½ Land, nennt man die Südwestecke der Halbinsel oder den Landstrich zwischen Hedschas, Nedschd, Hadramaut und dem Roten Meere. Die Alten belegten diesen Teil der Arabischen Halbinsel mit dem RNamen des Glücklichen Arabien (Krabia feliw), vielleicht weil es in seinem Handel mit Weihrauch, Myrrhen, Zimt und andern Kostbarkeiten die Quelle üppigen Reichtums besaß. Die Geschichte J.s reicht in das höchste Altertum. J. war das älteste der arab. Königreiche. Die Abkömmlinge von Kahtan und Himjar sollen 2500 Jahre über die südl. Hälfte Arabiens direkt, über die nördl. Hälfte indirekt geherrscht haben. Die Geschichte dieser Könige ist auf Stein⸗ und Metalltafeln eingegraben, von denen eine große Zahl im Britischen Museum aufbewahrt werden. Der wichtigste I Staat war der von Saba, mit der Hauptstadt Mariaba, jetzt Marib. J. wurde 529 n. Chr. durch die Abessinier (Arumiten), 574 (oder 603) von den Persern und 1517 von den Türken erobert. Doch 1630 trieb der Häuptling Khasün die Türken wieder aus, denen nur einige Küstenplätze verblieben, und 1761 fand Riebuhr hier den Imäm von Sana als Herrscher über 30 Provinzen. Am 25. April 1872 nahmen die Türken wieder das Land, welches nun ein türk. Bilajet ist; die östl. Distrikte, RNarib, Jam, Zaade u. s. w. erkennen die türk. Herrschaft nicht an. Die Zahl der Bewohner wird auf 2½ Mill. geschätzt. ie Kunde J.s, namentlich des Binnenlandes, wurde in neuerer Zeit besonders durch die Reisen Wallins und die auf Befehl der Ostindischen Kompagnie durch Saunders, Grieve und Carter veranstaltete Küstenaufnahme gefördert, sowie durch Maltzan, Wrede, Palgrave. ö