Jermölow (Alexei Petrowitsch), russ. Feldherr und Staatsmann, geb. zu Moskau 4. Juni 1777, aus einer verarmten Adelsfamilie, diente mit Auszeichnung in Polen, bei der österr. Armee in Italien und 1796 im Kaukasus. Unter Paul verabschiedet und nach Kostroma verwiesen, trat er nach der Thronbesteigung Alexanders I. wieder in Militärdienste, wohnte den Feldzügen von 1805 und 1807 sowie 1812—13 bei und befehligte 1815 das 2. Armeekorps des russ. Heers, das unter Barelay Tolly in Frankreich einrückte. Er wurde 1817 Generalgouverneur der transkaukas. Provinzen und Oberbefehlshaber des kaukas. Heers. Zugleich ging er als außerordentlicher Botschafter an den pers. Hof, um dem brit. Einflusse daselbst entgegenzuarbeiten. Nach der Rückkehr in sein Gouvernement war er eifrigst bemüht, russ. Handelsunternehmungen zu befördern und deutsche Kolonien zu gründen. Er züchtigte nach mehrjährigen Kämpfen das räuberische Bergvolk der Tschetschenzen, vertrieb den treulosen Amalat Beg und schlug 18²6 den Angriff der Perser zurück, welche unter Abbas-Mirza den Frieden gebrochen hatten, fiel jedoch 1827 trotz dieser Erfolge bei Kaiser Nikolaus in Ungnade, worauf General Paskewitsch den Oberbefehl der Armee gegen Persien übernahm. Seitdem lebte J. zurückgezogen in Moskau, beschäftigte sich mit Schriftstellerei und ward 1831 zum Mitgliede des Reichsrats erhoben. Er starb zu Moskau 23. Aprit 1861. Auszüge aus seinen Memoiren sind von Pogodin (Mosk. 1863) und seine Aufzeichnungen über den Feldzug von 1812 von seinem Sohne (Mosk. 1863) herausgegeben worden.