Albrecht, letzter Hochmeister des Deutschen Ordens und erster Herzog in Preußen, Begründer der Reformation in diesem Lande, geb. 17. Mai 1490, Sohn des Markgrafen Friedrich von Ansbach, des zweiten Sohnes Albrechts Achilles. Als jüngerer Sohn für den geistlichen Stand bestimmt, kam er mit 10 Jahren zur Erziehung an den Hof des kölner Erzbischofs Hermann, der ihm ein Kanonikat verlieh. Nach dem Tode dieses Kurfürsten 1508 trat A. in den Dienst Kaiser Maximilians I., mit dem er in den ital. Krieg zog; ich nötigte ihn eine Krankheit zur baldigen Heimkehr. Nach dem Tode des Hochmeisters Herzogs Friedrich von Sachsen (14. Dez. 1510) wählten ihn die Deutschen Ritter dessen Nachfolger, und 13. Febr. 1511 wurde A. bei der Annahme des Ordenskleides zugleich die höchste Würde in dem geistlichen Ritterstaate übertragen. Im Nov. 1512 zog der neue Hochmeister in Königsberg ein. Wenn die Ritter gehofft hatten, die Verwandtschaft A.s mit dem poln. König Sigismund würde zur Lösung des Lehnsbandes mit Polen —.—1 so zeigte sich das freilich als Täuschung. Vielmehr trieben die Dinge nach langem diplomatischen Hinhalten der von Polen verlangten Huldigung zum völligen Bruch. Es kam Dez. 1519 zum Kriege, der das blühende Herzogtum zur Wüste machte. Von Papst und Kaiser, Verwandten und Freunden im Stich gelassen, sah sich A. 1521 zu dem vierjährigen Waffenstillstande von Thorn gezwungen. Völlig vergeblich waren dann die Hilfsgesuche, mit denen er auf einer dreijährigen Reise im Reiche Kaiser und Stände bestürmt⸗. Aber A. ward auf dieser Reise in Nürnberg von Osiander, dann in Wittenberg von Luther selbst für die Reformation gewonnen. Luther selbst riet ihm zur Verwandlung des geist-Lareun Doch roe Staats in eir weltliches Herzogtum. Doch zogen sich die Verhandlungen noch bis zum Ende des Waffenstillstandes hin; erst 8. April 1525 ward in Krakau der Friede unterzeichnet, der Preußen zu einem gegen Polen lehnbaren, aber in A.s Familie erblichen Herzogtum machte. Nun wurde die Reformation ohne große Schwierigkeit in Preußen eingeführt; aber ein verwüstender Bauernaufstand, die drückende Abhängigkeit von Polen und die drückendere von den eigenen Ständen, dem anmaßenden Adel, den aufsässigen Bürgerschaften, besonders aber von starrsinnigen und engherzigen Theologen, trübten A.s Tage von Jahr zu Jahr mehr. Die von ihm 1544 gegründete Universität zu Königsberg (Collegium Albertinum) wurde der Herd der bürgerlichen, von den kleinlichsten und gehässigsten Leidenschaften durchdrungenen Unruhen; und es war gerade Osiander, dem A. die eigene Bekehrung verdankte und den er 1549 nach Preußen rief, Rch Streitsucht den Zwiespalt unheilbar machte. Auch nach Osianders Tod (1552) blieb doch sein System, an dessen Spitze der Pfarrer Johann Funcke trat. Mit den theologischen Gegensätzen verquickten b von Anfang an die politischen: die Opposition der Stände gegen die centralisierende Hofpartei stützte sich auf die altluth. nehnsten und es gelang ihnen schließlich, die vornehmsten Räte A.s, darunter Funcke, auf das Blutgerüst zu bringen. Geistig und körperlich gebrochen starb A. 20. März 1568. Seine erste Gemahlin war Dorothea von Dänemark (1526—47), seine zweite, Anna Maria von Braunschweig (1550), gebar ihm den Erben Albrecht Friedrich (29. April 1553) und starb einen Tag nach A. (21. März 1568). Vgl. Joh. Voigt, «Briefwechsel der berühmtesten Gelehrten des Zeitalters der Reformation mit Herzog A. von Preußen v (Königsb. 1841); Baczko, «Geschichte Preußens v (Bd. 4, Königsb. 1795).