FeedAlbrecht
GeschichteBrockhaus 1882

Albrecht, später genannt Alcibiades, Markgraf von Brandenburg, fränk. Linie, Sohn des Markgrafen Kasimir, geb. zu Ansbach 28. März 1522. Nach dem frühen Tode des Vaters wurde sein Oheim, Markgraf Georg, sein Vormund. Mit diesem teilte er, mündig geworden, 1541 das fränk. Land, wobei er Kulmbach-Bayreuth erhielt. Drückende Schulden, ealdischen Zänkereien mit den Häuptern des Schmalkaldischen Bundes, Kursachsen und Hessen, vor allem aber sein zu Exzessen und kriegerischen Abenteuern geneigter, auch nach Machterwerb dürstender Sinn trieben den in lutherischem Glauben erzogenen Fürsten in den Dienst des Kaisers. Schon 1543 und 1544 kämpfte er in dessen Heere gegen Frankreich; danach aber diente er ihm im Kampf gegen die Deutschen Stände selbst. Als er im Frühjahr 1547 einen Vorstoß nach Sachsen wagte, ward er 2. März in Rochlitz von Kurfürst ohann ber Warh ½ und gefangen. Der ieg Kaiser Karls bei Mühlberg befreite ihn wieder, ohne ihm doch großen Gewinn zu bringen. Mit Moritz von Sachsen eibe nie er 1550—51 gegen Magdeburg und den ier mit ihm und andern Fürsten gegen den Kaiser Den Vertrag zu Chambord mit Heinrich II. von Frankreich, der diesen zum Verbündeten der deutschen Fürsten gegen Abtretung von Metz, Toul und Verdun machte, brachte er persönlich zu Stande (15. Jan. 1552). Danach brach er mit Moritz und den Genossen gegen den Kaiser auf, blieb aber, während diese weiter Hn in Franken und zwang in wilder Fehde die ischöfe von Bamberg und Würzburg sowie die Stadt Nürnberg zu Bruch Gebietsabtretungen. Das brachte ihn zum Bruch mit den Verbündeten selbst, die ihm so wenig wie die Gegner jene Verträge bestätigen wollten. So warf er sich von neuem dem Kaiser in die Arme. Mit diesem belagerte er Ende 1552 vergeblich Metz; er erhielt jedoch die kaiserl. Konfirmation seiner Verträge, die er nun mit Waffengewalt geltend machen wollte. Das ward für Moritz der Anlaß zu dem heldenhaften Kriegszuge, in dem er bei Sievershausen 9. Juli 1553 den Markgrafen schlug, selbst aber die tödliche Wunde erhielt. A. wurde 12. Sept. bei Braunschweig nochmals geschlagen, danach in Franken von den Gegnern umdrängt, bald auch vom Kaiser geächtet und floh 1554 nach 3d u Anfang 1556 kehrte er nach Deutschland zurück zu seinem Schwager Markgraf Karl von Baden nach Martheim, wo er 8. Jan. 1557 starb. Vgl. Voigt, Markgraf A. Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach v (2 Bde., Berl. 1852).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 347Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6