FeedIoachim I. Napoleon
GeschichteBrockhaus 1882

Ioachim I. Napoleon, König von Neapel, Jvachim (Jos.), ausgezeichneter Violinspieler, wurde als Sohn israel. Eltern 28. Juni 1831 zu Kittsee bei Preßburg geboren und kam frühzeitig nach Wien auf das Konservatorium, wo Jos. Böhm sein Lehrer war. Schon 1843 machte er in Leipzig durch sein Violinspiel Aufsehen und gewann Mendelssohns Teilnahme, der von nun an seine Studien leitete, während Hauptmann sein Lehrer in der Theorie wurde. Sein Aufenthalt in Leipzig, wo er auch im Gewandhausorchester und als Lehrer des Konservatoriums eine Anstellung erhielt, dauerte bis 1850, worauf er eine Reise nach Paris unternahm und auch hier seinem Talent Anerkennung Rure gl3 Noch in demselben Jahre folgte er einem Rufe als Konzertmeister nach Weimar, vertauschte aber schon 1853 diese Stelle mit der eines Konzertdirekters bei der Hofkapelle in Hannover und blieb daselbst bis 1868. In diesem Jahre 0 er nach Berlin, wo er als Direktor der königl. Hochschule für Musik in den Senat der königl. Akademie der Künste eintrat. Auf allen seinen Kunstreisen, die namentlich alljährlich nach London gerichtet sind, hat sich J. als ein Virtuos im edelsten Sinne bewiesen. Er zeigt eine außerordentliche technische Meisterschaft, verbunden mit einem nur dem Künstlerisch-Idealen zugewandten Streben. Als Komponist hat er sich durch verschiedene Violin- und Orchesterstücke bekannt gemacht, von denen sein Konzert in ungar. Weises für Violine und Orchester das bedeutendste ist. Bei sonstiger Vielseitigkeit steht er doch Schumanns Art und Richtung am nächsten. J.s Gattin Amalie, geborene Weiß, geb. 1839 zu Marburg in Steiermark, wirkte bis zu ihrer Verheirathung 1863 als Hofopernsängerin an den Hofbühnen zu Wien und Hannover, seitdem nur noch als Konzertsängerin, wo sie als Altistin besonders im Oratorium einen hohen Rang einnimmt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 854Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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