Joachimsthal, Stadt in der preuß. Provinz Brandenburg, Regierungsbezirk Potsdam, Kreis Angermünde, 19 km von Eberswalde, zwischen den Seen Grimnitz und Werbellin, zählt (1880) 2000 E., welche Ackerbau, Ziegelei und Kalkbrennerei treiben und bedeutende Steinbrüche bearbeiten. Im W. des Sees liegt die Schorfheide, der reichste Jagdgrund an Hochwild in Deutschland, mit dem königl. Jagdschloß Hubertusstock. Kurfürst Joachim Friedrich stiftete hier in der Ukermark am 24. Aug. 1607 ein Gymnasium, welches 1650 nach Berlin verlegt wurde und 3. Mai 1880 nach dem Dorfe Wilmersdorf bei Berlin übersiedelte. Dicht bei . am Ufer des Grimnitzsees besinden sich die Ruinen des früher berühmten Jagdschlosses Grimnitz, in welchem 1529 der Erbvertrag zwischen Brandenburg und Pommern geschlossen wurde. „Ivachimsthal, Bergstadt in Böhmen, 18 km nördlich von Karlsbad und nur 6 km von der sächs. Grenze, liegt in 733 m Meereshöhe an der südl. Abdachung des Erzgebirges inmitten hoher Berge im Thale des Weserihbachs, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, eines Bezirksgerichts, einer Berg⸗ und Hüttenverwaltung, und zählt (1880) 6628 E. Die schöne Dekanatskirche, welche 1873 mit dem größten Teil der Stadt verbrannte, wurde 1876 neu aufgeführt. In der Nähe liegt die Ruine des Schlickschen Schlosses Freudenstein. Auf dem nahen Keilberg (1260 m hoch) steht seit 1884 ein 20 mhoher Aussichtsturm. Der Bergbau erstreckt sich auf Silber (jetzt nur noch unbedeutend), Uran, Wismut und Nickel. Bedeutend ist die Glacehandschuh- und die Tabak⸗, Cigarren- und Cigarrettenfabrikation. Die Gegend von J. gehörte im Anfange des 16. Jahrh. den Grafen von Schlick, welche aus dem gewonnenen Silber seit 1519 Guldengroschen prägten, die unter dem Namen Joachimsthaler bald zu solchem Rufe gelangten, daß derselbe in der abgekürzten Form Thaler (s. d.) ein bleibender wurde.