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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Iflerten, Stadt im schweiz. Kanton Waadt. Iffland (Aug. Wilh.), berühmt als Schauspieler, Theaterdichter und Dramaturg, geb. 19. April 1759 zu Hannover, wo sein Vater Registrator bei der Kriegskanzlei war, war für das Studium der Theologie bestimmt. Durch die Vorstellungen der Ackermannschen Gesellschaft wurde jedoch in ihm die Neigung für die Bühne erweckt; er ging in seinem 18. Jahre heimlich nach Gotha, bildete sich hier unter Leitung des großen Ekhof aus und wurde 1779 Mitglied des damals berühmten mannheimer Theaters. Hier legte er den Grund 0 seinem Ruhm, den er durch Gastvorstellungen ld über ganz Deutschland ausbreitete. Zerwürfnisse mit dem Intendanten, namentlich aber die Kriegsereignisse führten ihn 1796 nach Berlin als Direktor des dortigen Nationaltheaters, woselbst er 1811 zum Generaldirektor aller königl. Schauspiele ernannt wurde und 22. Sept. 1814 starb. Als Schauspieler nahm J. einen hohen Rang ein, weniger durch poetische Auffassung, geniales Feuer und Macht der semer N als durch die detaillierte Ausarbeitung seiner Rollen. Er erwies sich meisterhaft in hochkomischen wie +* in rührenden Rollen, in Partien hochtragischen und heroischen Stils, dagegen vermißte man an ihm Schwung der Phantasie und Wärme des Gefühls. Als Theaterdichter zeichnete sich J. als tüchtiger Sittenmaler aus. Seine Stücke zeugen von vollendeter Bühnenpraktik, großer Menschenkenntnis und gemütlich-sittlichem Streben. Von seinen Stücken haben sich natend, Die Mündelo und Die Hagestolzeno auf dem Repertoire erhalten. Als tüchtigen Dramaturgen igt er sich in den theoretischen Abhandlungen und ufsätzen seines Almanach für das Theatero (Berl. 1807—9, 1811—12). An die Sammlung seiner „Dramatischen Werkey mit einer Selbstbiographie (16 Bde., Lpz. 1798—1802) schlossen sich dieͥ Neuen dramatischen Werker (2 Bde., Berl. 1807—9). Eine Auswahl derselben enthalten die Ausgaben in 11 Bändchen (Lpz. 1827—28) und in 10 Bänden (Lpz. 1844 u. Stuttg. 1858-60). Vgl. Z. Funck (Kunz), «Aus dem Leben zweier Schauspieler, J.s und Ludwig Devrientso (Lpz. 1838); K. Duncker, „J. in seinen Schriften als Kunstler, Lehrer und Direktor der berliner Bühner (Berl. 1859); Koffka, „J. und Dalbergo (Lpz. 1865); Briefe von August Wilhelm J. und F. L. Schröder an den Schauspieler Werdyd, herausgegeben von O. Devrient (Frankf. a. M. 1881).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 531Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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