FeedJohannes von Salisbury
ReligionBrockhaus 1882

Johannes von Salisbury, hervorragender Kirchenmann und Gelehrter des 12. Jahrh., geb. zu Salisbury in Südengland um 1115, studierte in Paris, zog sich dann drei Jahre lang in das Kloster Moutier-la-Celle zurück, ging 1151 wieder nach England und wurde Sekretär des Kanzlers, spätern Erzbischofs Thomas Becket. In dieser Stellung nahm er an den kirchlichen Kämpfen den bedeutendsten Anteil. Im J. 1176 ward N zum Bischof von Chartres erwählt und starb 25.Okt. 1180. Von seinen Schriften sind die bedeutendsten: Entheticus, sive de dogmate philosophorumo, ein Lehrgedicht in Distichen, welches die Grundgedanken alter und christl. Philosophen entwickelt; «Policraticus sive de nugis curialium et vestigiis philosophorum I. VIIIo, ein System kirchlich-polit. Ethik; Metalogicon I. IV., eine Darstellung der wahren und der falschen Wissenschaft. Für die Geschichte jener Zeit sind auch seine Briefe von E Bedeutung. Eine Gesamtausgabe seiner Werke veranstaltete Giles (5 Bde., Orford 1848). Vgl. H. Reuter, Johannes von Salisburye (Berl. 1842); Schaarschmidt, J. nach Leben und Studieno (Lpz. 1862).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 871Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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