Joinville Ort in Brasilien, s. Do na-Franoinville (Frangois Ferd. Philippe Louis Marie von Orléans, Prinz von), der dritte Sohn des Königs Ludwig Philipp von Frankreich, geb. 14. Aug. 1818, widmetesich seit 1834 dem Seewesen. m J. 1839 ward er Kommandant der Fregatte Belle-Poule, auf welchem Schiffe er 1840 die Asche Napoleons nach Frankreich brachte. Als Kontreadmiral befehligte er 1844 die Seeexpedition nach Marokko, und 1846 wurde er Vizeadmiral. Beim Ausbruch der Revolution von 1848 befand er sich mit seiner Gemahlin in Algier, wohin er seinen Bruder, den Herzog von Aumale, begleitet hatte. Die beiden Prinzen ließen die Republik proklamieren und gingen dann über Gibraltar nach England zu ihrer Familie. J. protestierte von Claremont aus ebenfalls gegen das Verbannungsdekret der Nationalversammlung. Obgleich dasselbe nicht aufgehoben ward, wollte die Orléanistenpartei diesen populären Prinzen zum Präsidenten der Republik vorschlagen. Der Prinz vermählte sich 1. Mai 1843 mit Doßa Francisca, geb. 2. Aug. 1824, der Tochter des verstorbenen Kaisers Dom Pedro I. von Brasilien. Aus der Ehe entsprangen: Prinzessin Frangoise Marie Amelie von Orléans, geb. 14. Aug. 1844, die sich 1863 mit ihrem Cousin, dem Herzog von Chartres, vermählte, und Prinz Pierre Philippe Jean Marie von Orléans, Herzog von Penthievre, geb. 4. Nov. 1845. Nach Ausbruch des amerik. Bürgerkriegs begab sich J. 1861 in Begleitung seines Sohnes und seiner beiden Neffen, des Grafen von Paris und des Herzogs von Chartres, nach Neuyork. Hier ließ er seinen Sohn in die Marineschule der Vereinigten Staaten eintreten, während die Neffen einige Monate im Unionsheere als Infanterieoffiziere Dienste nahmen. Der Prinz selbst machte im Stabe MeClellans den Feldzug von 1862 in Virginien mit. Bei Ausbruch des Kriegs 1870 bot er vergebens dem Kaiser, dann der Republik seine Dienste an: unter angenommenem Namen trat er in die Armee Aurelle de Paladines, später in die Chanzys, wurde aber im Jan. 1871 auf Befehl Gambettas aus Frankreich ausgewiesen. Nach Aufhebung des Verbannungsdekrets gegen die Orléans nahm J. seinen Sitz in der Nationalversammlung ein, in die ihn Febr. 1871 das Depart. Obermarne gewählt hatte. Bei den Neuwahlen 1876 trat er von der Kandidatur zurück. Seit 1872 ist er Vizeadmiral der franz. Marine. Als Seemann von Fach veröffentlichte J. in der „Reyvue des deux Mondes“ (1844—52) mehrere Studien über die franz. Marine, sowie einen Aufsatz über den Krieg in China, die Aufsehen erregten. Drei dieser Aufsätze erschienen später selbständig unter dem Titel &Etudes sur la marinen (Par. 1859).