Joinville (Jean, Sieur de), der erste bedeutende Historiker der Franzosen, geb. um 1223, trat in den Dienst des Königs Thibaut IV. von Navarra, Grafen von Champagne, und war Seneschall und Großmeister desselben, als er 1245 den Entschluß faßte, sich Ludwig IX. auf dessen Kreuzzug anzuschließen. Zur Bestreitung der Ausrüstungskosten verpfändete er einen Teil seiner Güter und schiffte sich sodann mit 9 Rittern und 700 bewaffneten Männern zugleich mit Ludwig IX. in Marseille ein. Da er aber auf der Insel Cypern, wo man anlegte, seinen Rittern und Leuten den Sold nicht mehr bezahlen konnte, trat er mit seiner kleinen Armee in des Königs Dienst. Mit dem König kehrte er 1254 nach Frankreich zurück und lebte von da an oft an dessen Hofe. J. starb um 1318. Seine Mistoire de St.-Louiso (leigentlich «„Mémoireso), eins der kostbarsten Werke der histor. Litteratur des Mittelalters, wurde vielfach, am besten von Michel (1859) und de Wailly (1874 herausgegeben und ins Deutsche übextragen von Driesch (Trier 1853). Vgl. Didot, Etudes sur la vie et les traveaux de Jean sire de J.v (Par. 1870). Jojachin, auch Jechonja und Chonja, Sohn und Nachfolger des Königs Jojakim von Juda, wurde nach dreimonatlicher Regierung im J. 599 v. Chr. wegen seiner und seines Vaters Abtrünnigkeit von Nebukadnezar, nach Belagerung und Eroberung Jerusalems, mit vielen Einwohnern nebst den Schätzen des königl. Palastes und den goldenen Geräten des Tempels nach Babel in die Gefangenschaft abgeführt, erhielt jedoch von Nebukadnezars Sohn und Nachfolger Evilmerodoch 561 v. Chr. die Freiheit wieder und blieb am Hofe dieses Königs sein Leben lang. Jojäkim oder Eljakim, Sohn des Josias, wurde nach Absetzung seines jüngern Bruders Joahas von dem ägypt. König Necho II. 610 v. Chr. als Vasallenkönig über Juda eingesetzt. Nachdem er im J. 604 den Chaldäern zinsbar geworden, suchte er 601 seine Selbständigkeit wiederzugewinnen und bewirkte dadurch, daß ein chaldäisches Heer gegen Judäa anrückte. Indes erlebte er die Eroberung Jerusalems nicht und erfuhr erst im Tode (599) die Mißhandlung, welche Jeremias berichtet.