FeedJoris (Pio)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Joris (Pio), ital. Maler, geb. 1843 zu Rom, wo weniger der akademische Unterricht als das Vorbild des ausgezeichneten Vertreters span. Genre— malerei, Fortuny, Einfluß auf seine Richtung hatte, in der eine fröhliche Farbenpracht, lebendige Kom— position und zierlicher Geschmack die vorherrichenden Momente bilden. J. bewegt sich mit gleicher Ge— wandtheit auf dem Felde des Genres wie auf dem der Landschaft. Zu seinen frühesten Arbeiten gehört das römische Bauermädchen und der trinkende Hirt, dann entstanden: das Konzert von Genazzaro, der Sonntagsmorgen, die Heimkehr zum Kloster (1873), Forio d'Ischia, die Taufe auf 7 (1878), beim Antiquar u. s. w. J. machte viele Reisen, sowohl in Deutschland, Frankreich und England als auch in Spanien und im eigenen Vaterlande. Die span. Reise 1871 reifte in dem toledaner Bettler und dem span. Tanz zwei seiner gelungensten Schöpfungen. Neben der Oltechnik zeichnet er sich als Aquarellist besonders aus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 888Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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