FeedJommelli (Nicolo)
MusikBrockhaus 1882

Jommelli (Nicolo), gewöhnlich Jomelli geschrieben, bedeutender ital. Komponist, geb. 11. Sept. 1714 zu Aversa im Neapolitanischen, trat im Alter von 16 J. in Neapel in das Konservatorium di Sant'⸗ Onofrio, dann in das Della Pietà de' Turchini, in denen seine Hauptlehrer Durante, Leo und Feo waren. Seine ersten Kompositionen, die er veröffentlichte, waren Ballette und Cantaten, und in seinem 23. J. brachte er die erste Oper L' errore amorosoauf die Bühne. Dieselbe hatte Erfolg, sowie auch sein Odoardor, der das Jahr darauf (1738) zur Aufführung kam. Bereits 1741 hatte J. durch seine Opern, wie «Ricimeron, «Astianatten, «Ezioo, „Meropes u. s. w., einen in Italien gefeierten Namen erworben, und insbesondere erregte Meropes in Venedig großen Beifall, sodaß man ihm die Direktorstelle an einem der dortigen Konservatorien übertrug. In dieser Stellung, in der er auch seine ersten Kirchenkompositionen verfaßte, und unter anderm für Wien die zwei Opern „Kchille in Sciros und Didones schrieb, blieb er bis 1748. Sodann wandte er sich nach Rom, wo er 1749 Kapellmeister der Peterskirche wurde, und folgte 1754 einem Rufe als Kapellmeister des Herzogs Karl von Württemberg nach Stuttgart, wo er zahlreiche Opern komponierte, von denen aber die meisten dort verbrannten. Darauf kehrte er 1758 nach Italien zurück, wo er teils in seiner Vaterstadt, teils in und bei Neapel lebte und daselbst noch verschiedene Opern, wie Armidan, Demofoontes, (Ifigenia, auf die Bühne brachte, reife Produktionen, die aber seinen Landsleuten nicht mehr recht gefallen wollten. J. starb zu Neapel 28. Aug. 1774. An Reichtum der Erfindung den meisten seiner ital. Zeitgenossen ebenbürtig, stand er ihnen jedoch an Kraft des musikalisch-dramatischen Ausdrucks und an Mannigfaltigkeit der Mittelbe— nutzung voran. Seine Kirchenkompositionen, von denen das «Requiemo allgemein bekannt ist, sowie seine Oratorien enthalten viel bleibend Schönes. Jonas, hebr. Prophet, der Sohn des Amitthai, stammte aus der Stadt Gath Hachefer im Stamme Sebulon und trat unter der Regierung Jerobeams II. auf. Die wunderbare Erzählung, welche das unter seinem Namen im Kanon befindliche Buch enthält, hat man, doch schwerlich mit Grund, für eine überarbeitung des Mythus von Hercules gehalten, der die haben von einem Meerungeheuer dadurch befreit Rachte desselben sprang und drei Tage und drei Rächte lang die Eingeweide des Ungeheuers zer— fleischte. Ebenso grundlos ist die Berufung auf den Mythus von der Andromeda, welche am Gestade Joppes, wo auch J. sich einschiffte, einem Meerungeheuer zum Fraße ausgesetzt und von Perseus gerettet wurde. Die hebr. Sage läßt den Sendung d um der von Jahve ihm übertragenen ung als Bußprediger nach Ninive entflie-Sen hen, zur See gehen, aber zur Strafe für Eiern bei einem furchtbaren Sturme von den chiffern ins Meer geworfen werden, wo ihn ein Fisch verschlang, in dessen Bauch er drei Tage und drei Nächte sich aufgehalten haben soll, worauf der isch ihn ans Land spie. inive geschickt, verkündete er der unbußfertigen Stadt i als Jahve schließlich dennoch die Niniviten um ihrer endlichen Bekehrung willen verschont, und mußte sich erst durch das Wunderzeichen vom Kürbis (genauer: Ricinus) von seinem Unrecht überzeugen lassen. Die lehrhafte Tendenz der Erzählung, welche übrigens schon einer sehr späten Zeit (dem 4. Ja soll das Nichteintreffen älterer prophetischer Vertündigungen über das heidnischen Völkern bevorstehende Gericht begründen und dem Volke Israel seinen Unmut darüber verweisen. Übrigens wird das angebliche Grab des Propheten noch heute in der Gegend des alten Ninive gezeigt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 880Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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