Jupiter (A) ist der größte Planet unsers Sonnensystems und übertrifft an Masse und Volumen alle andern Planeten zusammengenommen. Seine mittlere Entfernung von der Sonne beträgt 5½ Erdbahnhalbmesser oder 773 Mill. Kilometer, die Excentricität der Bahn nahe ein Zwanzigstel der mittlern Entfernung, daher steht J. in seinem Aphelium (Sonnenferne) 808 und in seitem Perihelium (Sonnennähe) 734 Mill. Kilometer von der Sonne ab. Die Neigung der Bahn gegen die Ekliptik beträgt nur 1 18,,‚ die Länge des aufsteigenden Knotens (Durchschnittspunkt der Bahn mit der CEkliptik) ist 98° 54,3 (1850). Seine Entfernung von der Erde schwankt zwischen 583 Mill. Kilometer in der Opposition und 959 Mill. Kilometer in der Konjunktion, sein scheinbarer Durch— messer zwischen 31“ und 51“. Der wahre Durch— messer beträgt 141700 km, ist also 11 mal größer als der der Erde; seine Masse ist 1048 mal kleiner als die Sonnenmasse und 309 mal größer als die Erdmasse, seine Dichte ein Viertel der irdischen; die Rotationsdauer beträgt 9 Stunden 55 Minuten 34 Sekunden, seine Abplattung ein Sechzehntel. Die Umlaufszeit des J. beträgt siderisch 4332 Tage 14 Stunden, tropisch 4330 Tage 14 Stunden, synodisch 399 Tage. Letzteres ist also die Zeit, die im Mittel zwischen zwei aufeinander folgenden Oppositionen verfließt. Nach den Messungen Struves betragen die Durchmesser des J. in seiner mittlern Entfernung 38,3“ und 35,5. Im Fernrohr gesehen, zeigt der J. mehrere dunkle, dem Aquator parallele Streifen, die raschen Veränderungen unterworfen sind und welche wahr— scheinlich der Atmosphäre angehören. Ferner hat man oft helle Flecke, 1878 auch einen roten Fleck auf dem J. gesehen, die mehrere Jahre lang sicht— bar blieben. Man muß annehmen, daß der J. in sehr heißem Zustande sich befindet und daß in seinem Innern und auf seiner Oberfläche sehr bedeutende Umwälzungen vor sich gehen, da es nicht möglich wäre, die bedeutenden und raschen Veränderungen auf seiner Oberfläche durch die Wirkung der in so großer Entfernung nur geringen Sonnenwärme zu erklären. Wegen der sehr geringen Neigung der Ebene seines Aquators gegen die Ekliptik (3% 6) verschwindet auf dem J. fast ganz der Wechsel der Jahreszeiten. In seinem Laufe um die Sonne wird er von vier Trabanten begleitet, welche bald nach Erfindung des Fernrohrs fast gleichzeitig von Simon Marius und Galilei entdeckt wurden. Sie sind schon in schwachen Fernröhren sichtbar, einzelne von sehr scharfsichtigen Menschen wohl auch schon mit bloßem Auge gesehen worden. Da ihre Bahnen fast mit der Ebene der Ekliptik zusammenfallen, so scheinen sie immer nahe in einer geraden Linie zu stehen. Ihre Abstände vom J. betragen 6, 9/, 15 ½, 27 Halbmesser des ihre Umlaufszeiten 1½/, 3½ „ 7½ und 16¾ Tage. Ihre Durchmesser hat man zu 3800, 3410, 5560, 4750 km bestimmt. Die drei innersten Monde werden bei jedem Umlauf, der vierte in der Regel verfinstert, indem sie durch den Schatten des J. gehen. Diese Verfinsterungen hat der Däne Olaus Römer 1675 benutzt, um die Geschwindigkeit des Lichts zu bestimmen; sie bilden auch ein bequemes, aber wenig sicheres Mittel zur geogr. Längenbestimmung. Für die Bewegungen dieser Monde sind von Laplace Gesetze aufgefunden worden, welche es verhindern, daß alle vier Monde gleichzeitig verfinstert werden können. Diese Ge— setze lauten: 1) Für jede Epoche ist die Länge des ersten (innersten) vermehrt um die doppelte Länge des zweiten und vermindert um die dreifache Länge des dritten, gleich 180“. 2) Die mittlere siderische Bewegung des ersten vermehrt um die doppelte des zweiten, ist für jeden Zeitraum gleich der des dritten Mondes. Dagegen können alle vier Monde gleichzeitig unsichtbar werden, dies tritt nach d'Arrest alle 25 Jahre ein.