Junipêrus, s. Wacholder. unins oder Juni, jetzt der sechste Monat, mit 30 Tagen, war nach dem alten röm. Kalender, in welchem das Jahr mit dem März anfing, der vierte und erhielt seinen Namen nach der Juno, daher er unch von Ovid mensis Junonius genannt wird; nach andern dagegen nach L. Junius Brutus, dem ersten röm. Konsul. Im deutschen Kalender heißt der J. Brachmonat, weil in ihm bei der Dreifelderwirtschaft das Brachfeld bearbeitet wird. Während der ersten zwei Drittel des Monats steht die Sonne im Zeichen der Zwillinge, während des letzten in dem des Krebses. Als Lostage (s. d.) gelten im J.: Medardus (8.), St. Vitus (15.), Johannes der Täufer (24.), Petri und Pauli (29.). Seine wichtigste landwirtschaftliche Verrichtung ist die Heuernte. Die Witterung ist während der ersten zwei Drittel des J. infolge von Regentagen und Nordwinden oft noch ziemlich kühl und wird meist erst im letzten Drittel, nach Eintritt des Sommersolstitiums, beständiger und gleichmäßig wärmer; gegen Ende des Monats steigt die Temperatur gewöhnlich schnell. unius ist in der röm. Sagengeschichte der Name der Mitglieder eines vornehmen patricischen Geschlechts. Dazu gehörte namentlich Lucius J. Brutus, welcher in der Sage von der Vertreibung der Tarquinier die Hauptrolle spielt. (S. Brutus.) In histor. Zeit gibt es nur plebejische Träger dieses Namens, die sicher nicht von einer patricischen Gens abstammten, wennschon zum Teil von ihnen selbst, zum Teil von Anhängern und Schmeichlern eine solche mehrfach beansprucht wurde. Schon unter den Führern der Plebs gegen die Decemvirn und den ersten Volkstribunen wird ein J. genannt; Decimus J. Brutus, Konsul 138 v. — — besiegte 136 v. Chr. die Galläcer und erhielt davon den Beinamen Galläcus. Er war ein feingebildeter Mann, Freund des Dichters Accius. Am bekanntesten sind aber die beiden Brutus, welche mit Cassius an der Spitze der Verschworenen gegen Cäsar standen. (S. Brutus.)