FeedAba . König von Ungarn 1041— 44
GeschichteBrockhaus 1882

Aba . König von Ungarn 1041— 44, war vermählt mit einer Schwester König Stephans J. des Heiligen. Er stellte sich 1041 an die Spitze der Mißvergnügten, welche sich gegen König Peter erhoben hatten, und wurde 71½ dessen Vertreibung zum König ausgerufen und gekrönt. Doch bald bildete sich eine mächtige Partei gegen ihn, welche die Zurückberufung Peters anstrebte. Da A. die Bedingungen eines 1043 mit Kaiser Heinrich III. geschlossenen Friedens nicht hielt, zog dieser mit Peter nach Ungarn und besiegte A. 1044 bei Raab. A. wurde auf der Flucht gefangen und enthauptet. Von ihm leitet ein ungar. Adelsgeschlecht mit wenig Wahrscheinlichkeit seinen Ursprung her. Das Komitat 2* (s. d.) ist nach diesem Geschlecht benannt. Abä, altgriech. Stadt im nordöstl. Phokis, nahe der böot. Grenze, auf einem Felshügel im Thale des Flusses Assos unterhalb des gelegen, nach der einheimischen Tradition von Kolonisten aus Argos unter Führung des Abas, Sohnes des Lynkeus und der alten Tewel gegründet, war berühmt durch einen alten Tempel des Apollo Abäos mit einem als besonders wahrhaft geltenden Orakel. Dieser Tempel wurde im Phokischen Kriege von den Böotern zerstört, während die eigentliche Stadt, welche allein von allen phokischen Städten sich am Angriff auf das delphische Heiligtum nicht beteiligt hatte, verschont blieb und später unter den Römern die Autonomie erhielt. Von der Stadt und dem Tempel haben sich nicht unbedeutende Ruinen erhalten. Nach einigen Berichten ist der erwähnte Abas der Stammvater der Abauten, eines altgriechischen (nach andern ursprünglich thrazischen) Volksstammes, der seine eigentlichen Wohnsitze im Mittelpunkte von Eubda, um Chalkis und Cretria hatte und seine Herrschaft allmählich über die ganze Insel ausbreitete. Auch von den Bewohnern der ion. Städte Kleinasiens gehörte ein großer Teil dem Stamme der Abanten an. Ababdeh, Abadis oder Habab, eine Völkerschaft im nordöstl. Afrika, welche in Oberägypten in mehrern Ortschaften des Nilthals und im untern Nubien die Gebiete zwischen dem Nil und dem Roten Meere bewohnt, im Norden noch die Straße von Kosseir nach Kenneh und das Nilthal bis Ombos herunter in Besitz hat, im Süden aber bei Abu-Hammed und bei Ras Benas (Berenice) an die ihnen stammverwandten, aber oft von ihnen bekriegten Bescharin grenzt und mit diesen von den Arabern unter dem Namen der Bega GBedscha oder Budscha) zusammengefaßt wird. Beide Völker, welche das Begaui oder die Begawijeh-Sprache, ein hamitisches Idiom, sprechen, können für die Urbewohner in diesen Gegenden gelten und sind von den a im Nilthale ethnographisch und linguistisch cben 0 verscheben wie von den Arabern, welch seit dem 7. Jahrh. eingewandert sind und den hier einheimischen Völkern den Islam gebracht haben. Die . sind wesentlich ein Hirtenvolk, indes kaum Nomaden zu nennen, da sie nur bei Wassermangel ihre Wohnungen verlassen; — ganze Habe besteht aus schlecht genährten Kamelen, Schafen und Ziegen, welche auf den Gebirgen weiden, ihre auschhan besonders in Milch. Ihr Handel ist Tauschhandel. Sie sind arm, schüchtern und furchtsam; sie betteln ast nie, nehmen aber das Dargebotene gierig und Lankbar⸗ Die Reichern setzen ihren Stolz in die Gastfreundschaft. Die A. zerfallen in vier Hauptstämme: Aschabäb, Melekäs, Sawatir und Fukara. Sie halten sich für edler als die Bescharin und treiben auch von diesen die Steuern für die ägypt. Reierung ein, unter deren Botmäßigkeit sie sämtsich steben. Die aus ihrer Mitte von ihnen gewählten Scheikhs, welche unbedingte Gewalt über das Volk haben, sind der ägypt. Regierung verantwortlich. Die A. gelten für ein biederes, aporte Durc Volk; ihrer Obhut sind die Kameltransporte durch die Nubische Wüste von Korosko nach Abu-Hammed sowie zwischen Wadi-Halfah und Neudongola, ahs wischen Dabbeh und Chartum anvertraut, un iese Straßen, wie auch die nach Kosseir, sind dadurch jetzt vollkommen sicher. Ihre Zahl beläuft sich auf öchtens 100.000 Seelen. Vgl. Th. Heuglin, «Reise in das Gebiet des Weißen Nilo»( 1869). Abaco (Groß⸗ und Klein-A.), s. Bahama-Abaddon, ein hebr. Wort, welches Verderben, Untergang bedeutet und im 115 5 Hiob und in den Sprichwörtern dichterisch als Bezeichnun des Totenreichs (Scheol) gebraucht wird, ebenso bei den Rabbinen als ein Name der Hölle gilt. Die Offenbarung Johannis faßt den A. als ein persönliches Wesen auf; in Kap. 9, u führt diesen Namen (griech. Apollyon genannt) der Engel des Verderbens, welcher dem Brunnen des Abgrundes als König der höllischen Heuschrecken entsteigt. 0 letzterer Bedeutung gebraucht auch Klopstock in seinem Messiaso die Bezeichnung Abadonna. Abaijstrt. in Abessinien, s. unter Nil. Abaissirt (herald., vom frz. abaissé, erniedrigt)/ heißt in einem Wappen eine Figur, wenn sie dem Schildesfuße näher gerückt ist, als ihr ordnungsgemäß zukommt. So heißt insbesondere ein Schildeshaupt, wenn sich über demselben noch ein Platz von der Tinktur des Schildes befindet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 12Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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