Andreas, der Name f Könige und Prinzen aus der alten ungar. Dynastie der Arpäd. — A. I., der sich mit seinem Bruder 1038 vor dem Nachfolger König Stefans I., Peter, geflüchtet hatte, dann aber 1046 durch einen Volksaufstand zurückeführt ward, erkaufte den Besitz des Throns durch usage (oder mindestens Zulassung) einer Christenverfolgung, die der Sage nach sein älterer Bruder Leventa verweigert hatte. Als aber letzterer gestorben war, begann er das Christentum zu iche Peier und bestrafte selbst die Aufständischen, welche Peter Von d und ihn auf den Thron gehoben Petens, on Kaiser Heinrich III., einem Freunde Peters, mit Krieg bedroht, söhnte er sich mit seinem jüngern Bruder Bela aus und versprach diesem die Thronfolge. Es gelang auch, den wiederholten Angriffen der Deutschen (1046—52) Widerstand zu 1950 und einen vorteilhaften Frieden zu erwirken. Da dem Könige aber inzwischen ein Sohn geboren wurde, so reute ihn das an Bela b.r in Versprechen, und die Brüder gerieten darüber in Krieg, welcher A. 1058 das Leben kostete. — A. II. strebte schon bei Lebzeiten bron ältern Bruders Emrich, welcher 1196 den Thron bestiegen hatte, diesen zu stürzen, woraus wiederholte Bruderkriege erwuchsen. Nach dem Tode seines Bruders regierte er kurze Zeit für seinen Neffen Ladislaw und bestieg, als dieser 1205 starb, den Thron. Vielfache Mißgriffe, namentlich unweise Begünstigung der Ausländer, besonders der Verwandten der Königin, riefen Empörungen hervor, in deren Verlauf die Königin ermordet ward bandl und auf die wieder ebenso grausame mucht andlungen folgten. Unter diesen Wirren machte der König einen erfolglosen Kreuzzug, von dem er 1216 in das erschöpfte und zerrissene Land zurückkehrte. Auch zwischen ihm und seinem ältesten Sohne Bela brachen jetzt Zwiste aus. Die Bulla aurea von 1222, welche die Vorrechte der Magnaten feststellt und als das alte Grundgesetz der Ungarn gilt, half wenig. Österreich und der Papst versöhnten endlich Vater und Sohn. A. nahm 1235 die dritte Puw Beatrix dEste, starb aber 1236. — Seine itwe ging nach Italien zurück, wo sie den Stephan Posthumus gebar, der, später mit einer Venetianerin vermählt, Vater A. III., des Venetianers, wurde. Dieser war m Bender 2. . Ladislaws III., der seinerseits seinen Bruder A. hatte meuchlings töten lassen, der nächste und eigentlich einzige Erbe des ungar. Throns. Aber Kaiser Rudolf erklärte Ungarn für ein erledigtes Reichslehn, und Papst Nikolaus IV. wollte das Land als päpstl. Lehn haben. Zudem trat noch ein Pseudo-Andreas auf. Zwar gelang es A., auf den Thron zu kommen, nachdem der falsche A. geschlagen und ertrunken, mit den Deutschen vor Wien ein Friede erzwungen (1291) und der päpstl. Gegenkönig Karl Martell (aus dem Hause Anjou) gestorben (1295) war; aber eine un-Robert a Partei stellte den Sohn des letztern, Karl obert, als König auf. Schon sollte es zum Kampfe kommen, als A. 14. Jan. 1301 starb und mit ihm der Mannsstamm der Arpäden erlosch.