Achilléa, Garbe, S afgarbe (mit der auch oft als selbständige Gattung abgegrenzten Sektion Ptarmica), eine in vielen Arten durch die gemäßigte Zone der nördl. Halbkugel verbreitete Gattung krautartiger Pflanzen aus der Familie der Kompositen, welche von Linné den Namen erhielt, weil die Wurzel, mit welcher auf Achilles' Rat Patroklos den verwundeten Eurypylos verband, diejenige unserer gemeinen awesen set oder einer andern dieser ähnlichen Art gewesen sein soll. In der That dient noch gegenwärtig in der Volksmedizin der aus den Sat usc Blättern der Natel⸗ gewonnene Saft als wundenheilendes Mittel. Die gemeine Schafgarbe (A. Millefolium L.), welche auf Wiesen, Acerrändern und Triften gemein ist, — einen schwach aroma tischen Geruch und einen salzigen bittern und herben Geschmack. Ihr Kraut ent ält vor der Blüteneniwickelung ein blaues Gerbstoff Ol, Harz (Achillein, Achilleasäure), Gerb toff, Gsiffetoln u. a. Deshalb sind die Blätter (Herba Millefolii) und die Blüten (Flores Millefolii) offizinell geworden. Neuerdings ist sie als Futterpflanze zur Ansäung auf Weiden, namentlich im Gemenge mit Weißklee und Gräsern empfohlen worden, da sie sehr widerstandsfähig ist, jung vom Vieh und Geflügel gern gefressen wird und wegen ihrer aromatischen und adstringierenden Stoffe diätetisch günstig wirkt. Die jungen Blätter dienen in —. Gegenden als Gemüse und zu Kräutersuppen, während die Blüten stellenweise dem Biere zugesetzt werden sollen. Als Ackerunkraut wird übrigens die Pflanze oft sehr lästig. Andere bemerkenswerte Arten uach Mi5. moschata, ein kahles, grünes, schwach schus riechendes flänzchen der Alpen (namentlich Schweizeralpen), welches nebst zwei andern Alpengarben, der A. atrata und der weißwolligen A. nana, das echte Genippi (Genwi, Genépi) der Schweizer bildet und auch in der Pharmacie unter dem Namen Herba ivae oder Genippi veri Verwendung als stärkendes Mittel bei Magenschwäche, Diarrhöe u. s. w. findet. Sie ist ein Bestandteil des Schweierthees und enthält neben Achillein noch Ivain, aöl und Moschatin und wird (in größern Masen seit etwa 1865) namentlich zur Bereitung des valiqueurs (s. d.) benutzt, der nebst andern ihrer räparate viel exportiert wird. Andere Arten sind: A. Ageratum, eine gelbblühende Art Südeuropas, deren Blätter als Herba Agerati offizinell sind A. Ptarmica L. Ptarmica vulgaris Dec., deutscher Bertram, Niesekraut, weißer Dorant, mit linealen, scharfgesägten Blättern und weißstrahligen Blütenkörbchen, wächst allenthalben an Flußufern und kommt als Zierpflanze mit vollen Blütenkörbchen vor. Ihre Blätter und Wurzeln waren früher offizinell; erstere Herba Ptarmicae), welche einen brennendscharfen Geschmack besitzen, als Reizmittel zum Niesen, letztere (Radix Ptarmicae) als Mittel gegen Zahnweh, weil sie, gekaut, die Absonderung des Speichels vermehren.