Aer heißt im Griechischen und Lateinischen die Luft, insbesondere die atmosphärische Luft. Man sHaltucht das Wort zur Bildung von naturwissenschaftlichen Kunstausdrücken, die sich auf den Begriff Luft beziehen. So nennt man die Lehre von den Veränderungen in der atmosphärischen Luft Asrologie oder Akérographie und, wenn es sich dabei um messende Bestimmungen und Vergleichungen dieser Veränderungen handelt, Aérometrie. Gewöhnlicher werden jetzt dafür die Namen Meteorologie (s. d.) oder Atmosphärologie gebraucht. Die Lehre vom Gleich ewicht der luftartigen Stoffe Bem Aérostatik (s. d.) und die Lehre von der Bewegung derselben Arodynamik (s. d.) oder Pneumatik. Arolithen nennt man auch die Meteorsteine (s. d.). Aromantie nannte man die Wahrsagerei aus Lufterscheinungen. Asrides Lour. (Luftblume), Pflanzengattung aus der Familie der Orchideen, etwa ein Dutzend Arten umfassend, welche im warmen Asien heimisch sind und sämtlic auf Bäumen wachsen, in deren Rindenrissen sie mittels ihrer fleischigen Luftwurzeln haften. Die bis 1,20 m hohen Stengel sind mit vielen schmalen, zweizeilig abstehenden, lederi⸗ — Blättern besetzt, und die in langen hängenden rauben oder Ahren stehenden, gewöhnlich weißen, aber mehr oder weniger reich purpurn gefleckten, sehr ansehnlichen Blüten besitzen eine sackförmige oder 10e Grif dreilappige Lippe und eine kurze, flügellose Griffelsäule. ehrere Arten (z. B. A. affine, A. crispum, A. Fieldingii) sind ihres dankbaren Blühens wegen beliebte Zierpflanzen der Glashäuser, namentlich da sie nicht so viel Wärme wie die meisten andern Arten beanspruchen. „Aürius, der Stifter und das Haupt der nach ihm benannten Sekte der Arianer, war zu Anfang des 4. Jahrh. n. Chr. in der Landschaft utlch mit seinem Freunde Eustathius das Leben eines Asceten. Als letzterer 355 zum Bischof von Sebaste erhoben worden, trat A. gegen die herrschenden kirchlichen Meinungen und Bräuche auf. Die Berichte über seine Lehren stimmen nicht ganz überein. Wie es scheint, wollte er gegenüber dem teils aus dem Judentum herübergekommenen, teils in der christl. Kirche neu aufgebrachten Gesetzeswesen das Recht der christl. Freiheit geltend machen, verstand die letztere aber im schwärme-Gaditrucht und Sinne als ein Leben in strenger Selbstzucht und Weltentsagung. Er lehrte seine Anhänger auf das Eigentum verzichten und ein enijagungsdolles Leben führen; dagegen verwarf er die kirchlich vorgeschriebenen Fastenzeiten als einen judaistischen Zwang, desgleichen die Passahfeier als eine Verleugnun Christi, des wahren Passah, sowie eine Reihe neu 16 Darbringung Bräuche, wie die Fürbitte und die Darbringun des Abendmahlsopfers für Verstorbene. Endli trat er für die urchristl. Gleichheit der Priester (oder Presbyter) mit den Bischöfen ein. Seine Sekte hang noch zu den Zeiten Augustins um 428 An9.** erlag aber allmählich den Verfolgungen. érodynamik (arch.), die Lehre von den Gesetzen, nach denen die Bewegung luftförmiger Stoffe oder Gase vor sich geht, mit Inbegriff der Beschreibung der Apparate, durch welche diese Gesetze experimentell bewiesen werden, sowie der Maschinen durch welche die Bewegung dieser Stoffe technis verwertet wird. Das wichtigste Gesetz in der A. ist der auch bei den tropfbaren Flüssigkeiten (. Hydrodynamifh) geltende Torricellische Satz, daß die Geschwindigkeit, mit welcher ein Gas aus einer Offnung in der Wand eines Reservoirs ausströmt, von der Höhe der Wasser⸗ oder Quecksilbersäule abhängt, durch welche die Kompression des Gases emessen wird, und zwar so, daß man bei vier⸗ . Druck die doppelte, bei neunfachem die dreiache u. s. w. Geschwindigkeit erreicht. Gase von verschiedener Dichtigkeit, wie Wasserstoff und Kohlensäure, strömen unter gleichem Druck mit verschiedener Geschwindigkeit aus. So würde ein Gas, welches sechzehnmal spezifisch leichter wäre als die atmosphärische Luft, viermal schneller ausströmen als diese, und ein neunmal spe isisch leichteres dreimal schneller. Es verhalten sich also die Ausflußgeschwindigkeiten bei demselben Gase wie die Quadratwurzeln der Druckhöhen, und bei verschiedenen Gasen unter demselben Druck umgekehrt wie die Quadratwurzeln aus den spezifischen Gewichten derselben. Auch beim Ausströmen von Gasen findet eine Zusammenziehun des Strahls (contractio venae) statt, wie bei tropfbar-flüssigen Körpern. (S. Ausfluß.) Auch das Phänomen des Saugens tritt beim Ausströmen gasförmiger Körper in ähnlicher Weise auf wie bei Flüssigkeiten. Hierauf beruht das von Clement und Desormes (1826) bekannt emachte arodynamische Paradoxon, welches auftritt, wenn man z. B. aus einem Trichter eine eingele te Papiertüte hinausblasen will: dieselbe wird dann, statt hinausgeblasen zu werden, im Gegenteil an die Trichterwände gedrückt. Dies kommt daher, weil beim Blasen die zwischen Tüte und Trichterwand befindliche Luft teilweise von dem eingeblasenen Luftstrom nach außen mitgerissen wird. Dadurch entsteht zwischen Tüte und Trichterwand ein luftverdünnter Raum, und der äußere Luftdruck treibt die Tüte gegen die Trichterwand. Auf demselben Prinzip beruhen einige . inber die 2 und Injektoren der neuern Zeit. Über die Apparate, welche dazu dienen, Gase anzusammeln und fortzubewegen, s. Gasometer, Gebläse und Ventilator. Wie die tropfbaren Flüssigkeiten, so setzen auch die Gase jedem in ihnen bewegten Körer einen Widerstand entgegen, und dieser ist um o beträchtlicher, je größer die Oberfläche eines bewegten Körpers und je größer dessen Geschwindigkeit ist. Wenn von zwei gleichgroßen und ⸗schweren Körpern der eine noch einmal so schnell sich bewegt wie der andere, so muß der doppelt so schnelle Körper in der gleichen Zeit nicht nur die doppelte Luftmasse aus dem Wege räumen, sondern ihr auch die doppelte Geschwindigkeit mitteilen, sodaß er also einen vierfach so großen Widerstand erleidet als der andere. Hieraus Raad daß dieser Widerstand im Verhältnis des Quadrats der Geschwindigkeit zunimmt, in der Wirklichkeit sogar noch schneller. Aus diesem Widerstande erklärt sih auch, warum die beschleunigte Fallgeschwindigkeit vorzüglich schnell bei leichten umfänglichen Körpern in eine gleichförmige verwandelt wird. Hierauf be0 ie Wirkung des Fallschirms (s. d.). Bewegte Luftmassen vermögen ihre Geschwindigkeit auch auf ruhende feste Körper — übertragen. Dies führt zur Konstruktion der Windmühlen. Aérogamen hat man neuerdings auch wohl die Blütenpflanzen (Phanerogamen) genannt, weil bei ihnen die durch den Blütenstaub erfolgende, zur Befruchtung notwendige Bestäubung der Narbe in der Luft erfolgt. (S. Bestäubung.)