FeedAgglutination (lat.)
HeilkundeBrockhaus 1882

Agglutination (lat.), wörtlich Anleimung, Verklebung, heißt in der Chirurgie die unmittelbare Vereinigung und Verwachsung geschnittener Wunden durch Organisation des in die Wundspalte ergossenen Exsudats. Dieses sog. Exsudat ist die bei jeder Trennung und Verletzung organischer Teile infolge der Entzündung aus dem Blute ausschwitzende Flüssigkeit (plastische Lymphe), welche bald gerinnt und sich hierauf durch Neubildung von Gefäßen zu einem Narbengewebe umbildet (Narbe). Es wird dieser Heilungsprozeß die Heilung per primam intentionem genannt. Der Chirurg erzielt,‚ um diesen Heilungsprozeß einzuleiten, die schnelle Vereinigung dadurch, daß er die Wundränder bald nach gesche ener Verletzung in engste Verbindung miteinander bringt und in derselben mittels eines Verbandes, mittels Klebemittel (Heftpflaster, Kollodium u. s. w.) oder auch mittels Nähten erhält. Geschieht eine unmittelbare Verwachsung oder A. nicht, so erfolgt die Vereinigung mittelbar, indem vorerst unter Eiterbildung die sog. Granulationen entstehen, welche die Lücke ausfüllen, und nachher die wirkliche Heilung und Vernarbung eintritt. (S. Wunde.) lwissenschaft.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 214Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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