FeedAgnadello
ErdkundeBrockhaus 1882

Agnadello, Flecken mit 1314 E. in der ital. Provinz Cremona, unweit Lodi. Hier 14. Mai 1509 Sieg der Franzosen über die Venetianer und 16. Aug. 1705 im Spanischen Erbfolgekriege des Herzogs von Vendöme über den Prinzen Eugen (die einzige Niederlage, welche letzterer erlitt, gewöhnlich Schlacht von Cassano 0 d.] genannt). Agnano, ein wegen seiner schädlichen Miasmen seit 1870 trockengelegter Kratersee, 8 kKm westlich von der Stadt Neapel, auf dem vulkanischen Boden der Phlegräischen Felder gelegen, in einer düstern Gegend zwischen Pausilippo (s. d.), Camaldoli und dem See Astroni. Ehedem hieß der See Anguiano, von den vielen Schlangen in der Umgegend. Derselbe hatte 6kmim Umfang, eine Tiefe von ungefähr 20 m und war ohne sichtbaren Zufluß und Abfluß; Iu Spiegel lag nur 5,5 müber dem Meere; sein kaltes Wasser sprudelte und kochte zu Zeiten in die Höhe. Rechts daneben befindet sich die Hundsgrotte (s. d.), links liegen die Schwefeldunst- oder Schwitzbäder (stufe) von San-Germano, die gegen Syphilis, Gicht, Podagra u. s. w. gebraucht werden. Die den See umschließenden Vulkane sind seit 1198 erloschen. Weiter links führt ein Hohlweg durch die Leukogäischen Berge nach der Solfatara (s. d.) und Pozzuoli (s. d.). Eine herrliche Aussicht auf die Umgebung bietet sich dar von dem 3,5 km gegen Norden entfernten, Af einem 240 m hohen Kegel gelegenen Krater Astroni, den ein 5 Em weit umfriedeter Jagdpark erfüllt und dessen Rand ein Jagdschlößchen trägt. Im Grunde befindet sich ein kleiner See und ein 60 m hoher glockenförmiger Rogne Rotondella. gnaten. Bei den Römern zerfiel die Verwandtschaft in die Kognation, natürliche oder Blutsverwandtschaft, und die Agnation, künstliche oder civile Verwandtschaft. Diese beruhte lediglich auf der väterlichen Gewalt, der Hausgemeinschaft (Familie). A. sind diejenigen Personen, die durch dasselbe Band der väterlichen Gewalt miteinander verbunden sind oder verbunden sein würden, wenn der gemeinsame Stammvater noch lebte. Es gehörten dazu nicht allein der Vater (Pater familias) und die Kinder, welche jener in Xander der Ehe erzeugt hatte, sondern auch die Kinder der Haussöhne, ferner die Frau des pater familias, die Schwiegertochter, die der Haussohn heiratete, ingleichen die durch Adoption (s. d.) und Arrogation in die Familie auf der Aaualior Im ältern röm. Recht beruhten auf der Agnation alle Rechte aus dem Familienverband, besonders das Erbrecht. Gingen ein Haussohn durch Adoption oder eine Haustochter durch Verheiratung in eine fremde Familie über, so verloren sie den Schutz 1 frühern pater familias und alle Rechte am Familienvermögen. Gleiche Wirkung hatte der Verlust des röm. Bürgerrechts, 490 der der Freiheit. In Verbindung stand die gnation mit der aus der ältesten Zeit stammenden Gentilität. Die gentes waren die durch ein altes Verwandtschaftsband der Agnation verbundenen amiliengruppen. Sie hatten einen gemeinsamen pferdienst, und das Recht der Erbfolge gelangte in Ermangelung der A. an den weitern Kreis der Gentilen. Mit der Erstarkung des Staats verlor die Geschlechterverfassung ihre wesentliche Bedeutung. In der Kaiserzeit wurde auch die Agnation mehr durch die natürliche Verwandtschaft verdrängt, namentlich die wichtigste t, Mrap der Verwandtschaft, das Intestaterbrecht, knüpfte Justinian an die Kognation. Im deutschen Recht haben die A. eine andere Bedeutung. Sie sind die Verwandten männlichen Geschlechts, die vom Manne her verwandt sind (die Schwertmagen, der Mannsstamm), im Gegensatz zu den Verwandten weiblichen Geschlechts oder die vom Weibe herstammen (Spillmagen, Kognaten). Die Tochter ist demnach stets Kognatin. Dieser Unterschied ist noch jetzt von Bedeutung für die Erbfolgesysteme, bei denen sich Vorzug des Mannsstammes erhalten hat, also bei der Regierungserbfolge, den Lehen und den Familienfideikommissen. Hier herrscht die agnatische Succession.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 221Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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