Agricöla (Joh. Friedr.), Orgelspieler und Musikschriftsteller des 18. Jahrh., geb. 4. Jan. 1720 zu Dobitschen im Altenburgischen, studierte in Leipzi anfangs die Rechte, dann unter Sebastian Ba 1738—41 die Musik. Hierauf machte er bei Quanz in Berlin Studien in der freiern Komposition. Sein Intermezzo Filosofo convinto verschaffte ihm 1750 eine Anstellung als Hofkomponist am Theater zu Potsdam. Nach Grauns Tode wurde er 1759 Direktor der Kapelle Friedrichs II. Er starb 12. Nov. 1774. A. hat mehrere Opern, viele Instrumentalsachen und auch einige Kirchenstücke geschrieben. Seine Übersetzung von Tosis «Anleitung zur Singekunst » (Berl. 1757) versah er mit Anmerkungen. Auch Adlungs Musica mechavica organistica o, die er nach des Verfassers Tode herausgab (Berl. 1768), verdankt ihm gute Zusätze. Seit 1751 war er mit Benedetta Emilia Molteni (geb. 24. Okt. 1722 zu Modena, gest. um 1780 zu Berlin) vermählt, einer berühmten Sängerin, welche 1761—72 an der Italienischen Oper zu Berlin wirkte.