Agricöla (Rud.), eigentlich Roelof Huysmann, nach seinem Vaterlande auch Frisius enannt, einer der einflußreichsten Förderer der humanislis en Studien, war im Aug. 1443 zu Baflo bei Gröningen geboren. Zuerst Jögling der Martinsschule in Gröningen, ging er dann nach Löwen, wo er in seinem 21. Jahre Magister der freien Künste wurde, und hierauf zu weiterer Ausbildung (unter Johann Wessel) nach Paris. Die Dnder 1476 und 1477 verlebte er in Italien, be-Der ers zu Ferrara und Pavia, wo er mit den nach em Falle des Byzantinischen Reichs eingewanderten griech. Gelehrten verkehrte und die Gunst des Herzogs Hercules von Este gewann. Auch schloß er in Italien einen Freundschaftsbund mit Joh. von Dalberg, nachherigem Bischof von Worms. Nach seiner Rückkehr ins Vaterland war A. bemüht, mit Hilfe ehemaliger Mitschüler und gelehrter Freunde, darunter namentlich Rud, Lange und Alex. beven. die Beredsamkeit und Gelehrsamkeit zu heben, sowie das Studium der altklassischen Litteratur in aller Weise zu fördern. Die länzenden Anerbietungen, die ihm am Hofe Kaiser aximilians I., wo er als Syndikus der Stadt Gröningen in deren Angelegenheiten erschien, gemacht wurden, konnten ihn nicht bestimmen, seiner Unabhängigkeit zu entsagen. Doch folgte er 1483 der Einladung Dalbergs (damals Kanzler des Kurfürsten von der Pfalz und Bischof von Worms) nach der Pfalz, wo er abwechselnd in Heidelberg und in Worms teils seinen Studien lebte, teils öffentliche Vorträge hielt. Noch einmal ging er mit Dalberg nach Italien, starb aber bald nach seiner Rückkehr 28. Okt. 1485. Sein Ruhm gründet sich mehr auf sein persönliches Wirken als auf litterarische Thätigkeit. Seine Schriften in lat. Sprache gab Alard (2 Bde., Köln 1539) ziemlich vollständig heraus. A. war auch Maler und Musiker; die schöne Orgel in der St. Martinskirche in Gröningen ist sein Werk. Vgl. Tresling, Vita et merita Rud. Agricolaen (Gröning. 1830).