Aichach, Stadt im bayr. Regierungsbezirk Oberbayern, am rechten Ufer der Paar und an der Eisenbahn Augsburg-Ingolstadt, ist Sitz eines Amtsgerichts und eines Bezirksamts, besitzt ein königl. Schloß und 90 (1880) 2612 E., welche starke Brauerei und Rotgerberei sowie Flachshandel betreiben. Auch hat A. große Kunstmühlen und bedeutende Getreide⸗ und Viehmärkte. Nachdem A. 1208 zur Stadt erhoben worden, stellte man deren Mauern aus den Steinen der von dem Herzoge Ludwig I. von Bayern 1209 zerstörten Stammburg Wittelsbach (s. d.) her. Die Stadt ward 1633 und 1634 von den Schweden, 1704 von den Engländern erobert; 1805 erlitten hier die Osterreicher eine Niederlage durch die Franzosen.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 273Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei