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ErdkundeBrockhaus 1882

Amberg, ehemalige Hauptstadt der Oberpfalz, Hegtermnar einen eigenen Stadtbezirk des bayr. egierungsbezirks Oberpfalz und Regensburg bildend, liegt in einer fruchtbaren Thalebene zu beiden Seiten des Vils und an der bayr. Staatsbahn Crailsheim-Furth, ist Sitz des Schwurgerichtshofs für den Regierungsbezirk, eines Landgerichts, Amtsgerichts und Bergamts und hat ein Gymnasium, eine Realschule, ein Lehrerseminar mit Präparandenschule, ein Theater (in der ehemaligen Franziskanerkirche), eine Gefangenenanstalt für männliche Sträflinge und drei Krankenhäuser. Unter den öffentlichen Bauwerken sind hervorzuheben: die restaurierte St. Martinskirche von 1421 mit einem 97 m hohen Turme, das ehemalige Jesuitenkollegium (ietzt Studienanstalt) mit der Georgikirche, die auf dem nahen, eine schöne Aussicht gewährenden Mariahilfberge gelegene Wallfahrtskirche mit einem Franziskanerhospitium, das Rathaus, das königl. Schloß, das Bahnhofsgebäude, das Denkmal Max Joseßhsl. u. s. w. Die Stadt zählt (1880) 14.383 CE., welche 13 Bierbrauereien, zwei Essigfabriken, eine Getreideschranne, großen Rinder⸗ und Schweinemarkt und eine Steingutfabrik unterhalten. Gegen 200 Arbeiter finden ihren Wenikän in der königl. Gewehrfabrik sowie in dem königl. Eisenbergwerke, aus welchem jährlich Ouaitt r 2500000kg Eisenerze von ausgezeichneter Qualität jewonnen werden. W. der Gefangenenanstalt bendet sich eine ansehnliche Weberei und Goldleistenfabrik. Weithin bekannt sind die Ambergingeschirre und das Amberger Gelb, eine Farbeerde. Ceurd liche Alleeanlagen auf den vormaligen Schanzwällen umgeben die Stadt. A. war 1034 noch ein Dorf, 1144 ein Marktflecken, 1242 eine Stadt, stand 1034—1269 unter dem Hochstifte Bamberg, 1269 —1329 unter den Herzögen von Bayern, dann bis 1621 unter der Kurpfalz und seitdem wieder unter Bayern. Ihr Emporkommen verdankt die Stadt besonders dem nahen Erzberge, in welchem erweislich seit 1283 Bergbau getrieben wird, und dem früher blühenden Handel mit Eisen, Eisenwaren und Zinnblech. Bei A. wurden 24. Aug. 1796 die Franzosen unter Jourdan durch den Crzherzo Karl Mn Vgl. Lipowsky, «Geschichte der Stadt „(Münch. 1818).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 527Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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