FeedAhwäas
ErdkundeBrockhaus 1882

Ahwäas, einst Winterresidenz der pers. Könige, jetzt kümmerlicher Flecken mit 600 E. in der pers. Provinz Khusistan, am östl. Ufer des unterhalb Basra in den vereinigten Euphrat und Tigris fließenden Karun, 75 km südlich von der alten Hauptstadt Schuschter, liegt einsam in wüster Gegend, neben den Trümmern der alten Stadt A., aus deren Steinen der Ort erbaut ist und von der noch der Palast und eine Brücke erkennbar sind. Diese Trümmer bilden längs des Flusses eine 17 km lange Reihe von Schutthügeln, die mit behauenen Quadern oder mit Backsteinen und Scherben von Terracotta oder Töpferarbeit bedeckt sind. Besonders auffallend sind Muhlsteine von 1,25 bis 1,00 m im Durchmesser, die zur Zermalmung des in frühern Zeiten in außerordentlicher Menge in diesem Lande gezogenen Auf einem gebraucht worden zu sein scheinen. Auf einem der Hügel erhebt sich ein gewaltiger Pfeiler, aus Quadern, Backsteinen und geglätteten Ziegeln von verschiedenen Farben erkichtet, von den Arabern Kasr, d. h. Schloß, ge-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. I. nannt. Dies alte A. war die Hauptstadt der Provinz gleichen Namens und die Residenz des letzten Partherkönigs Artaban IV. bis 226 n. Chr. Unter der neupers. Herrschaft trat hier Mani als Stifter der Manichäer auf. Der nestorianische Bischofssitz wurde im 5. Jahrh. von A. nach Gondisapor verlegt. Unter den Arabern, bei denen die Stadt Susal-Ahwas und das Land Khusistan selbst A. hieß, blühte 1 Zude als Handelsstadt und Im 10.Jahrh. platz für Zucker für ganz Westasien. Im 10. Jahrh. wurde die Stadt wegen Rebellion erobert und verfiel seitdem allmählich.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 273Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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